Axel hol den Rotkohl und Orbital Freaks im Ballhaus Ost Berlin

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Orbital Freaks von Streunende Hunde und Pawel Schwejka

Der Raum im 3.Stock des Ballhaus Ost ist mit einer langen leeren Tafel ausgefüllt. Daran sitzen Ein Mann und eine Frau, die über verschiedenste Themen wie Liebe, Sex, Geld und gestresste Beziehungen über SMS und Internet kleine Geschichten entwickeln.
Nadine Dubois und Pawel Schwejka werfen sich die Texte zu und ergänzen sich wunderbar. Verstärkt werden sie noch durch Molekularmusiker Dirk Woite, der einen herrlichen Vortrag über Dioxyamphetaminderivate, LSD und kosmische Harmonien hält. Nadine Dubois legt dazu einen irren Tanz auf dem Tisch hin. Die kurzen Szenen werden immer wieder durch einige Musikeinlagen vom Band unterbrochen, die von den Schauspielern mit Stimme und Körper mit performed werden. Es entseht so eine dichter Abend über die Möglichkeit von Sprache, Körper und Musik, eine kurzweilige Performance, die Lust auf mehr macht.

Orbital Freaks Eine Personanz für einen Raum, eine Situation und drei Körper.
mit NADINE DUBOIS, PAWEL SCHWEJKA, DIRK WOITE und WIEBKE HENSLE als Gabi
Regie, Text PAWEL SCHWEJKA Raum OLF KREISEL Musik KLAUS
EINE PRODUKTION VON STREUNENDE HUNDE IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DURCH DAS THEATERHAUS MITTE

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Axel hol den Rotkohl von und mit Helene Hegemann und Das Helmi

„Das Puppentheater Das Helmi, das mittlerweile in der von Anne Tismer begründeten freien Spielstätte Ballhaust Ost residiert, hat sich für seine neuste Produktion – man lese und staune! – von dem allseits geachteten nachtkritik.de-Kommentator Stefan inspirieren lassen, der am 8. März 2010 um 13:02 Uhr im sogenannten Axolotl-Thread seine Idee für die Theatralisierung des Romans „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann postete: „Wie wäre es, wenn unter der Regie von Volker Lösch, ein Chor entrüsteter Blogger auf der Bühne sein Recht auf Anerkennung der Urheberschaft am Werk einklagen würde?“ (Unüblicherweise ist die Quelle im Programmheft sogar genannt.)“ Wolfgang Behrens von Nachtkritik, nachzulesen unter www.nachtkritik.de

Nun, ich bin auch noch einen kleinen Kommentar schuldig. Vielen Dank übrigens noch mal an das Ballhaus für die Freikarte, ich habe mich köstlich amüsiert. Klasse Figuren und wie immer beim Helmi, dieser herrlich trockene Humor. Die entrüsteten Blogger und Literaturkritiker tragen Pappmasken und werfen der Helene im Stück (Gaststar Stephanie Stremler) wie in der wirklichen Feullitondebatte immer wieder vor “„Du hast das alles nicht erlebt““. Es werden einzelne Szenen aus dem Buch von Helene Hegemann, natürlich stark verfremdet mit den Puppen nachgespielt. Sehr witzig ist die Einlassszene vor dem Berghain-Club mit dem Türsteher Sven Marquardt als alles verschluckendem Müllkübel. Man nimmt sich erfreulicher Weise nicht zu ernst und so kann der herrlich dilettierende Abend auch nur über die Runden kommen. Die starken Musikeinlagen peppen die Sache noch zusätzlich auf. Sieht sich Helene Hegemann tatsächlich als eine neue Janis Joplin? Ein Gedanke der mir gut gefällt.

Zum Schluss doch noch eine kleine Frage meinerseits: Who the Fuck is Volker? Der Volker Lösch hätte vielleicht mal gerne so eine tolle Idee, aber ich will ja nicht meckern.

St. B., 09. Mai 2010

Axel hol den Rotkohl von und mit BURKART ELLINGHAUS, HELENE HEGEMANN, FELIX LOYCKE, FLORIAN LOYCKE, BRIAN MORROW, KATHARINA SCHRÖDER, STEPHANIE STREMLER, EMIR TEBATEBAI

www.ballhausost.de

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