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Born to be Wild, zum Tod von Dennis Hopper

Sonntag, Mai 30th, 2010

Der Schauspieler und Regisseur Dennis Hopper (1936 – 2010)

Obwohl Dennis Hopper wohl nie auf der Bühne eine große Rolle gespielt hat, ist er aber dennoch ein Schauspieler und Regisseur gewesen, der mit sehr einfachen Mitteln große Themen angepackt hat und auch immer wieder in seinen Filmen fast kammerspielartig den amerikanischen Alltag sezierte. Er war kein Mann der großen Hollywoodepen, wenn er auch immer wieder in Filmen wie Speed oder Waterworld besetzt wurde.

Er ist und bleibt mein absoluter amerikanischer Lieblingsschauspieler, da er wie kein anderer das unabhängige amerikanische Kino verkörpert, das mir immer so gefallen hat. Es gibt kaum einen anderen, der dieses Kino jenseits von Hollywood so gelebt hat wie er, vielleicht nur noch Harvey Keitel, oder heute die Schauspieler und Regisseure wie Vincent Gallo, Steve Buscemi, Sean Penn, John Waters, Jim Jarmusch und sicher auch Clint Eastwood.

Angefangen hat er in den 50er Jahren in Nebenrollen an der Seite des großen James Dean in „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“. Die beiden waren eng befreundet und Hopper war sehr betroffen über Deans frühen Tod.

Sein Regiedebüt war der wohl größte amerikanische Kultfilm überhaupt, „Easy Rider“ mit Peter Fonda und Jack Nicholson, der wie kein anderer das Lebensgefühl der ausgehenden 60er Jahre in Amerika und der Hippies beschreibt, aber auch knallhart die Schattenseiten zeigt. Diesen Film hat er gelebt mit allen Höhen und Tiefen, Drogen und Alkoholexzessen. Der Film „The Last Movie“ von 1971 ist sein Traum vom Filmemachen, ein Abgesang auf das Hollywood-Kino aber bei der Kritik leider gnadenlos durchgefallen. Erst Anfang der 80er Jahre hat er wieder relevante Filme gemacht, wie z.B. 1980 „Out of the Blue“, der wieder ein Lebensgefühl, das der verlorenen amerikanischen Punk-Jugend am Beispiel des Mädchens CB (Linda Manz) beschreibt. Hier spielt er auch wieder selbst als alkoholkranker Vater mit. Eine Rolle, in die er sein ganzes Leben gepackt hat. Weitere bekannte Filme von ihm sind „Colors -– Farben der Gewalt“ mit Sean Penn von 1988, „Catchfire“ mit Jodie Foster von 1990 und die Komödie „Chasers“ von 1994. Als Schauspieler hat er immer wieder in Nebenrollen brilliert. Er verkörperte hier meist kongenial den durchgeknallten Freak, Gangster oder Psychopaten. Beispiele dafür sind David Lynchs „Blue Velvet“ mit Isabella Rossellini, das Roadmovie „True Romance“ von Tony Scott und Quentin Tarantino (Drehbuch) mit einer Reihe weiterer berühmter amerikanischer Schauspieler sowie die Filme „Apocalypse Now“ und „Rumble Fish“ von Francis Ford Coppola. Immer wieder hat er auch europäische Regisseure inspiriert und in Filmen von Wim Wenders große Rollen wie z.b. in „Der Amerikanische Freund“ und als Tod in „Palermo Shooting“ verkörpert.

Weniger bekannt ist, dass er auch als Fotograf und Maler gearbeitet hat. Eine Retrospektive seiner durchaus bemerkenswerten Werke hat das MAK in Wien 2001 gezeigt.

Privat hat er in mehreren Ehen auch eher vergeblich sein Glück gesucht. In einem großen Rosenkrieg mit seiner 5. Frau Victoria Duffy verzehrte er seine bereits vom Krebs geschwächten Kräfte in den letzten Jahren. Er war bis zu Letzt das, was er immer verkörpert hat, der ewige angry young/old Man des amerikanischen Films.

Seine letzte Rolle spielte er 2008 als David Kepesh in dem Film „Elegy“ von Isabel Coixet nach dem Roman „Das sterbende Tier“ von Philip Roth an der Seite von Ben Kingsley und Penèlope Cruz.

Gestern ist Dennis Hopper im Alter von 74 Jahren gestorben.