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Literatur und Theater zwischen Rausch und Ekstase – Eine Lesung mit Navid Kermani in Salzburg und die Gesammelten Gedichte von Thomas Brasch vorgestellt im Berliner Ensemble

Montag, Juni 24th, 2013

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Salzburg im Mai 2013 - St. B.

Salzburg im Mai 2013 – Foto: St. B.

 

Sprach:Rausch – Navid Kermani beim Literaturfest Salzburg 2013 und ein Gespräch über Rausch und Ekstase mit Felicitas Hoppe, Claus Peymann und Konrad Paul Liessmann

Die Schlüssel zur Ekstase in der Hand. Petrus am Salzburger Dom - Foto: St. B.

Die Schlüssel zur Ekstase in der Hand. Petrus am Salzburger Dom. Foto: St. B.

Salzburg im Mai. Es regnet Schnürl wie man hier sagt. Die Salzach fließt trübe dahin und die Leute drücken sich unter ihre Regenschirme. Echte Ekstase sieht anders aus. Einzig Petrus sieht geistig entrückt in den nicht vorhandenen Himmel über dem Dom. Ein in Marmor gehauener Rauschzustand. Zur dringend notwendigen Stimmungsaufhellung der bodenhaftenden Bevölkerung hatte vor ein paar Jahren ein tapferer Salzburger Verein von Literaturverrückten ein Fest aus der Taufe gehoben. Es findet heuer zum sechsten Mal statt.

Die Sprache: Ein Fest! Der Sprache ein Fest! Geladen wurde, was in deutschsprachigen Landen Rang und Namen hat, um den Sprachhungrigen zu den Themen Sprach:Spiel, Sprach:Groteske, Sprach:Zauber und Sprach:Genuss ganze Sprach:Welten aufzutischen. Und so gaben sich u.a. Eckhard Henscheid, Eva Menasse, Felicitas Hoppe, Robert Schindel, Juli Zeh, Péter Esterházy und Ben Becker innerhalb von fünf Tagen die Sprachbestecke wie Staffelstäbe in die Hand. Ben Becker wäre sicher auch ein guter Kandidat für das Thema Sprach:Rausch gewesen, denn mit Räuschen im doppelten Sinne kennt sich der Bibelbesinger und Rotweintrinker bestens aus. Diesmal wollte er aber lieber mit Sprache zaubern und las aus der Balladensammlung „Der ewige Brunnen“.

Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani, der Mystiker unter den deutschen Literaten, ist aber mehr als nur ein Ersatz in Sachen Sprachrausch. Am 24. Mai las er aus seinen Werken Texte über Religion, Musik und Liebesverzückung. Kermani brachte u.a. eine kleine Auswahl aus „Dein Name“. Sein großer Tagebuchroman mit Reflexionen über die Geburt seiner Tochter in einer Frühgeborenenstation, das Leben und das Sterben wichtiger Menschen in seinem Leben wie seinen Großvater oder einen alten Sufigelehrten. Eine Meditation über das Mystische im Alltag. Es geht um Engel, Neugeborene und Hölderlins Begriff des Aorgischen in der Natur, die Liebe sowie Jean Pauls ersten Kuss.

Navid Kermani - Foto: St. B.

Navid Kermani über Ekstase und Kontemplation im Alltag. Foto: St. B.

Danach philosophierte Kermani noch über Neil Youngs ekstatische Musik-Session „Arc“. Er las Passagen aus seinem „Buch der von Neil Young Getöteten“ und spielte dazu dem Salzburger Publikum eine paar berauschende Kostproben Young’schen Gitarrengewitters vor. Eine Musik, die einzig vermochte, seine an Dreimonats-Koliken leidende kleine Tochter zu beruhigen, und auch ihn selbst völlig zu entrücken vermag. Arc sei das islamische Bilderverbot in die Musik übersetzt. Arc bringe die Leere zum Klingen. Ein Überschallflugzeug, das nicht abhebenden könne. Dass die Klänge in Arc nichts bedeuten, sei gerade ihr Geheimnis.

Abschließend las Kermani noch einmal seine Bildbeschreibung zu El Grecos „Der Abschied Christi von seiner Mutter“ aus der Wochenzeitung Die Zeit. Ein Musterbeispiel einer scharfen Beobachtungsgabe und berückender Sprachgewalt. Und das ist dann auch wirklich groß und ekstatisch.

„Ist es nicht verwunderlich, daß ausgerechnet von den beiden Menschen, die wie keine anderen geliebt, nirgends die Liebe des Mannes und der Frau überliefert ist? El Greco, so scheint mir, hat sich gewundert, als er ihre Lippen so sinnlich malte, daß sie sich jeden Augenblick zu einem Kuß vereinigen möchten. Er hat zwei Blicke hinzugefügt, die in den Evangelien fehlen und doch jeder erinnern müßte, der je groß geliebt.“ (Navid Kermani, aus: „Der Abschied Christi von seiner Mutter“, Die Zeit, 12. Juli 2012

Nach einer kurzen Pause wurde die Runde um die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und den Theaterregisseur Claus Peymann erweitert. Unter der Gesprächsleitung des Wiener Philosophen und Literaturkritikers Konrad Paul Liessmann wollte man über Rausch und Ekstase in der Literatur diskutieren. Ausgehend von Nietzsches Apollinischer Ekstase und Dionysischen Rauschzuständen (Claus Peymann bringt „Die Backchen“ des Euripides als Beispiel für den Sieg des Apollinischen) ging es um die Frage, ob die Literatur überhaupt eine Gattung im Nahverhältnis von Rausch und Ekstase sei. Ist die deutschsprachige Literatur zu brav? Liegt es daran, dass das metaphysische Element in der Literatur im Gegensatz zum 19. Jahrhundert heute keine Rolle mehr spielt, oder, nach Konrad Paul Liessmann, die religiöse Kunst nicht mehr die Speerspitze der Avantgarde ist?

Claus Peymann, Narvid Kermani, Konrad Paul Liessmann und Felicitas Hoppe bei der Gesprächsrunde über Rausch und Ekstase - Foto: St. B.

Navid Kermani, Konrad Paul Liessmann, Felicitas Hoppe und Claus Peymann bei der Gesprächsrunde über Rausch und Ekstase – Foto: St. B.

Für Felicitas Hoppe erwartet der Leser von der Literatur immer Dinge, die er selber nicht kann. Heute würde man völlig demokratisiert sein Ich loswerden können. Als Katholikin schwärmt sie von der heiligen Johanna, der echten wohlgemerkt, die sich bei der Krönung von Karl dem VII. in Reims in einem kontemplativen Glückszustand zwischen Metaphysik und weltlichem Krieg befand. „In der Welt zu handeln und gleichzeitig aus ihr herauszutreten.“ Letztendlich sei Schreiben nicht nur Inspiration und Musenkuss, sondern vor allem Übung und Ausdauer, nach einem langen Vorlauf die Dinge zu repetieren.

Navid Kermani gibt dagegen etwas von den weisen Mystikern des Islam wieder: „Rausch ist etwas für die Kinder. Nüchternheit ist der Todeskampf für die Meister.“ Die Schwierigkeit sei nach dem „Entwerden“ das Bleiben in der Ekstase bei der Rückkehr in die Welt, um im Zustand des Gotteswillens Gutes zu tun. Er überträgt dies auf das Schreiben und das Schauspiel. Es ist in beiden Fällen die Schwierigkeit, das in den Proben oder beim Schreiben erreichte Glücksgefühl zu fixieren. Kermani betont das metaphysische Element bei Büchner, Jean Paul und Hölderlin. Hilfsmittel, die Mystiker hätten z.B. Opium genommen, haben immer zwei Seiten. Er zitiert dazu Neil Young: „The same thing that makes you live, Can kill you in the end.”

Felicitas Hoppe und Claus Peymann: „Alkohol war ja auch die österreichische Art, die 68er durchzuziehen.“  - Foto: St. B.

Felicitas Hoppe und Claus Peymann: „Alkohol war ja auch die österreichische Art, die 68er durchzuziehen.“ – Foto: St. B.

Und Claus Peymann hat sie alle inszeniert, die Ekstatiker des Schreibens, wie Schiller („der berauschende Duft fauler Äpfel“), Thomas Bernhard, der es aus sich heraus schreibt und Peter Handke, dem Mystiker mit seinen Pilzen. Ekstase hat er kurzzeitig bei Jelineks Sportstück erlebt, bekommt aber nicht mal mehr Schleefs kompletten Buchtitel „Droge Faust Parsifal“ zusammen. Und Nitsch mit seinen blutigen Schlachtungen sei heute auch nur noch ein touristisches Ritual wie die Mozartkugeln. In Leipzig schlägt sich der Blut-Messias kollektiver Ekstase gerade wieder mit den wenig berauschten Tierschützern herum. Peymann, der erklärte Aufklärer und Atheist („Wir leben im Zeitalter der Aufklärung, und dafür fühle ich mich zuständig“), hält nichts vom Predigen (Brecht, Müller und auch Handke tun es) und plädiert dafür, Alkohol nicht moralisch an den Rand zu schieben. Er redet von Artauds Heroin- und Curare-Räuschen und weiß als Kenner: „Es wird nirgends so viel gesoffen, wie am Theater“.

Vielleicht hat Peymann damit aber auch nur die Runde wieder entsprechend geerdet. Auf jeden Fall hat er seinen Meister in Moderator Liessmann gefunden. Dessen Fazit lautet dann auch: Der beglückte Aufklärer könne sich ja auch an seiner ekstatisch zuckenden Vernunft berauschen. Na dann Prost.

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SPRACH:RAUSCH mit Navid Kermani, Felicitas Hoppe und Claus Peymann; Moderation: Konrad Paul Liessmann (Universität Wien)
24. Mai, 19.30 Uhr, Theater im Kunstquartier Salzburg

Wie ein Schrei im Sprachrausch – „Die nennen das Schrei“ Gesammelte Gedichte von Thomas Brasch – Buchpräsentation mit Katharina Thalbach und Martin Wuttke im Berliner Ensemble

„spiel du den wahn ich spiele seinen sinn / und wahnsinn heiße was uns zwei vereint“ Thomas Brasch, aus: Macbeth

Thomas Brasch: Die nennen das Schrei. Gesammelte Gedichte, hrsg. von Martina Hanf und Kristin Schulz

herausgegeben von Martina Hanf und Kristin Schulz – Bild: Suhrkamp Verlag

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Ja, geschrien hat er, der Thomas Brasch, vermutlich auch oder vor allem im Rausch. Aus dem Fenster über dem Ganymed, in enger Nachbarschaft zum Berliner Ensemble, hat er geschimpft und gerufen. Eine Art Geheimdramaturg sei er gewesen, und guter wie böser Geist des Theaters am Schiffbauer Damm, wie Jutta Ferbers, die Dramaturgin des BE, zu berichten weiß. Und auch der Hausherr Claus Peymann schreibt in seinem Nachwort zu den Shakespeare-Übersetzungen, Brasch habe Shakespeare „wie im Rausch“ übersetzt. Herausgekommen sind sie vor elf Jahren, ein Jahr nach Braschs frühem Tod. Und wer hätte gedacht, dass es noch einmal eine neue Veröffentlichung von Thomas Brasch geben würde?

Nachdem 2002 Katharina Thalbach zusammen mit Fritz J. Raddatz „Wer durch mein Leben will, muß durch mein Zimmer – Gedichte aus dem Nachlass“ veröffentlicht hatte, mussten ebenfalls elf Jahre vergehen, bis neben dem kleinen Bändchen „Was ich mir wünsche: Gedichte aus Liebe“ (Bibliothek Suhrkamp, 2007) nun die Gesammelten Gedichte vorliegen. Zu verdanken ist das der Archivarin von Thomas Brasch Martina Hanf und der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Kristin Schulz. Und man kann den beiden wohl nicht genug danken, ging doch mit der Veröffentlichung des immerhin 1029 Seiten umfassenden Bandes eine Buchpräsentation im Berliner Ensemble einher, die es in sich hatte.

So haben sich denn auch einige Erwartungsvolle im Sonntagsputz zur vormittäglichen Matinee am 16. Juni eingefunden. Die Sonne scheint nun schon seit Tagen. Aus Richtung des Deutschen Theaters weht vom Vortag noch etwas neue Dramatik herüber (Brasch hätte vermutlich gesagt: „Wer vorgestern noch Aufstand rief / ist heute zwei Tage älter) und vor dem Berliner Ensemble kann man die Vorfreude unter den Wartenden auf das Erdichtete des alten und jungen Dramaten Brasch förmlich erschnuppern.

Brasch-Lesung auf der Bühne des Berliner Ensembles - Foto: St. B.

Brasch-Lesung auf der Bühne des Berliner Ensembles. Foto: St. B.

Drinnen zwei Tische auf der Bühne, am Rand ein Band mit Fotos. Brasch als Kind, als Junge, der junge Brasch mit der jungen Katharina Thalbach, und dann später als rezitierender Richard II. „in einen schönen Rausch versetzt“. Seine letzte Übersetzung für Peymanns BE. Gleichzeitig Peymanns größter Erfolg und letzte Theatertreffeneinladung, und somit auch ein später Erfolg für Thomas Brasch. Dann sieht er uns an, dieser rastlose Grübler auf dem letzten Foto, für einen Moment, als würde er wissen, das wir jetzt genau da sitzen, auf ihn schauen und ihm lauschen. Aber auch zwei Vorlesenden, die ihm hier neu Stimme verleihen, und er besser keine kriegen könnte, als eben von Katharina Thalbach und Martin Wuttke. Sagt da ein Freund nach der Lesung, er höre beim Lesen von Brasch nur noch die Stimme der Thalbach. So als spräche der allein nur aus ihr, durch sie. Eine Liebe, ein Leben, eine Symbiose über den Tod hinaus.

Es beginnt Wuttke mit Selbstkritik, ein Werk aus den 80ern: „Klagen einer traurigen Generation … das ewige Lied von Vater und Sohn“. In Kargo (1977) hieß das noch: „Morgen will ich mir eine neue Religion erfinden mit Helden, Tempeln und Gebeten. (…) Halleluja, der Wind fegt durch unsere verstaatlichten Hirne.“ Helden sind auch heute wieder im (Sonder)Angebot. Das Freizeichen ist immer noch durchgehend. Nur das Monopol darauf hat nicht mehr die Post. Da sage noch einer, hier ändere sich nichts. Anfang der 70er bekennt Brasch im Poesiealbum 89 wehmütig: „Wie viele sind wir eigentlich noch. … Welchen Namen hat das Loch / in dem wir, einer nach dem anderen / verschwinden.“

Da ist er schon mit einem Bein im Westen. Raus aus dem „Land ohne Namen, daß sich mit Anfangsbuchstaben anreden lässt“. Ein Land, in dem es Brasch nur als Blindem gelingt, „so zu beten, daß ich nicht schuld bin“.

Und ich bin nichts als meine Augen.
Wenn ihr die zwei begrabt, begrabt ihr wen.
Ich habe nichts gelebt. Nur was gesehen.
Ich will nicht sterben. Nur was taugen.
(aus: über kunst)

Brasch will den leeren Kopf nicht mehr aufs Eisen legen, wie sein „Mörder Ratzek“. Der Dichter will etwas anderes. „Das andere Wort hinter dem Wort / Der andere Tod hinter dem Mord. / Das Unvereinbare in ein Gedicht / Die Ordnung. Und der Riß, der sie zerbricht.“ Auch wenn der Riß mitten durch ihn selbst verläuft.

Dann wieder der junge Brasch in verteilten Rollen. Es geht um Franz, der Lucie seine Fräsbank zeigen will und doch ganz anderes im Sinn hat. Es ist laut. Sie will weg zum anderen aus der Schlosserei. „Liebst du mich, Franz?“ „Ich kann nicht so reden, Lucie.“ Und als sie weg ist: „Das ist meine Maschine.“ Die Lesung ist da am stärksten, wo die Thalbach und Wuttke sich gemeinsam hochschaukeln. Das ist Ekstase und Spaß an Braschs schwarzhumorigem „Bericht vom Sterben des Musikers Jack Tiergarten“. Das ist deftig wie Vian. Da ist die Thalbach in ihrem Element. Die dicke Wirtin schlägt den Morgenrock zurück und Wuttke/Jack nimmt Witterung auf, vom duftenden Moos. Aber ohne Moos nichts los. Leicht gekürzt verfehlt die Trübsalflöte das Bemollha nur um ein paar Zentimeter. Keinen ausgekochten Jack-Kopf gibt es, dafür aber ein „Hahnenkopf 1525“. Schon Manfred Karge hatte sich mit Schauspielstudenten in seinem Erinnerungsabend „Vor den Vätern sterben die Söhne“ an Braschs Langgedicht über deutsche Geschichte versucht. Bei Thalbach und Wuttke wird man mit jedem Punkt und Komma mehr hineingesogen.

Katharina Thalbach und Martin Wuttke bei der Lesung aus "Die nennen das Schrei im BE. - Foto: St. B.

Katharina Thalbach und Martin Wuttke bei der Lesung aus „Die nennen das Schrei im BE. – Foto: St. B.

Besungen wird auch das Künstler-Dreigestirn „Heine und Tahlbach und ich“ (Brasch), eine Art Dreifaltigkeit aus Kopf, Bauch und Sohn. „Drei Köpfe eine Wand / Und Gelächter, weil keiner einen fand.“ Und auch der Säulenheilige Brecht meldet sich bei Brasch aus dem Grab. Zerfallen in der Erde Berlins, sieht er auch seine Nachfolger zerfallen über seinen Werken, mit einem Reimbesteck vor einer Erbse. Denn „die Verhältnisse sind gut, nicht dialektisch“. Das Ende einer Utopie? Das letzte Wort hat Martin Wuttke:

Als Gott den Menschen schuf
mit leichter Hand und schrägem Blick
gab er ihm auch einen Beruf
und um den Hals einen Strick

„Wenn ich nicht mehr da bin, wieviel wird euch fehlen.“ heißt es in Sindbad. Tod sein oder die Rettung. Für den nie angekommenen Reisenden war beides eine Option „Ich glaube an die Relativitätstheorie, aber wen ich nicht sehen will, ist Einstein.“ Brasch glaubte an die Lehre, aber nicht an die Gelehrten. Und er behielt Recht. „Wer durch mein Leben will, muss durch mein Zimmer.“ Katharina Thalbach hat es über 30 Jahre mitgelebt. Am Sonntag schien es so, als wäre da noch ein Hauch von „Antilopenduft“. Also wer Thomas Brasch wirklich endlich kennen lernen will, muss genau da durch. Und gelebt und gewohnt hat Brasch vor allem auch in seinen Gedichten. Gäbe es einen besseren Grund, sie wieder zu lesen?

„Die Rätsel sind gelöst: ihr Hirn sprang über. Sie wollte nicht Heimat sagen: Sie hatte kein Dach darüber.“ Thomas Brasch, aus: Meine Großmutter

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Berliner Ensemble im Juni 2013 - Foto: St. B.

Berliner Ensemble, Juni 2013 – Foto: St. B.

Buchpräsentation:
Katharina Thalbach und Martin Wuttke lesen aus dem Gedichtband „Die nennen das Schrei“ von Thomas Brasch, hrsg. von Martina Hanf und Kristin Schulz

Berliner Ensemble
Bertold-Brecht-Platz 1
10117 BerlinSonntag, 16.06.2013, 11:00 Uhr

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„Die Tradition der Kunst ist die Tradition des Rausches, und jeder Versuch von Gesellschaften, den Rausch zu unterdrücken, führt allein dazu, daß diese Energien viel monströser aus irgendeinem nicht bewachten Gully hervorschießen. Wenn die Energien, die zwischen einzelnen Menschen strömen, kontrolliert und unterdrückt werden, entladen sie sich irgendwann in furchtbaren Massenbewegungen. Daraus entstehen Katastrophen.“ Heiner Müller

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Weitere Beiträge:

  • Bildergalerie auf facebook zu Salzburg im Mai 2013 von Stefan Bock
  • Ins Paradies vertrieben
    Jamal Tuschick auf KUNO (editiondaslabor.de) zu:
    Die nennen das Schrei – Die gesammelten Gedichte von Thomas Brasch
  • Editorisches Mammut
    Die Wiederauferstehung eines Dichters aus dem Archiv
    Gespräch von Jamal Tuschick mit den Herausgeberinnen Martina Hanf und Kristin Schulz über Thomas Brasch – Die nennen das Schrei auf faustkultur.de
  • Beide Rezensionen sind auch auf planetlyrik.de und livekritik.de veröffentlicht.

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