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KARTONAGE von Yade Yasemin Önder und YOUR VERY OWN DOUBLE CRISIS CLUB von Sivan Ben Yishai in der Langen Nacht der Autorinnen bei den AUTORENTHEATERTAGEN im Deutschen Theater Berlin

Donnerstag, Juni 29th, 2017

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Höhepunkt der AUTORENTHEATERTAGE ist seit Jahren die „Lange Nacht der Autoren“, die in diesem Jahr ganz ohne großes Binnen-I auskommt, und gleich Lange Nacht der Autorinnen genannt werden kann, sind doch alle drei von der Jury (bestehend aus der Kulturjournalistin Anke Dürr, dem Regisseur Jan Ole Gerster und der Schauspielerin Annette Paulmann) prämierten Stücke tatsächlich von Frauen. Zudem ist die Auswahl so international wie noch nie. Flucht, Fremdheit, Heimat sind die Themen der Texte, die in Inszenierungen des die AUTORENTHEATERTAGEN ausrichtenden Deutschen Theaters, dem Schauspielhaus Zürich und dem Burgtheater Wien uraufgeführt wurden. Die Ergebnisse der Stückausschreibungen und ihre Uraufführungsinszenierungen waren häufig umstritten. In diesem Jahr konnten jedoch besonders zwei der ausgewählten Stücke durchaus überzeugen.

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Da ist zunächst mal Kartonage, das Debütstück der 1985 in Wiesbaden geborenen Yade Yasemin Önder, die ihr Handwerk am Deutschen Literaturinstitut Leipzig erlernte. Die Autorin mit türkischen Wurzeln lässt in ihrem Text das schwarz-humorige Volksstück nach Vorbild des österreichischen Dramatikers Werner Schwab wieder aufleben, was zunächst nicht nur wegen der Kartonbehausung der Protagonisten in Eiche rustikal etwas Retro wirkt. Einem Ewald Palmetshofer würde man so etwas wohl nicht mehr durchgehen lassen. Mit räuber.schuldengenital hatte der Österreicher noch vor ein paar Jahren ein ganz ähnliches Generationendrama geschrieben. Es war 2013 in einer Inszenierung des Burgtheaters Wien in der Regie von Stephan Kimmig bei den AUTORENTHEATERTAGEN in Berlin zu sehen. Palmetshofer hat sich mittlerweile nicht nur inhaltlich etwas von seinem Vorbild Werner Schwab und dessen Fäkaliendramen entfernt.

 

Applaus bei Kartonage vom Burgtheater Wien – Foto St. B.

 

Bei Yade Yasemin Önder sind es dann auch weniger Körperausscheidungen, sondern der mit Vorliebe eingekochte Marmeladenbrei der in Österreich so beliebten Marillenfrucht, der schließlich nicht nur die Bühne im Deutschen Theater besudelt. Die Uraufführung dieser kleinen Farce in Koproduktion mit dem Burgtheater Wien besorgte dann auch der österreichische Regisseur Franz-Xaver Mayr, der sich mit dem Schauspielhaus Wien und Miroslava Svolikovas Stück Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt schon bei den diesjährigen AUTORENTHEATERTAGEN als Meister der schwarzen Komödie bewiesen hat.

In Kartonage will ein altes Ehepaar, das sich selbst in trauter Zweisamkeit Wernereins (Bernd Birkhahn) und Wernerzwei (Petra Morzé) nennt, den sprichwörtlichen Deckel nicht nur aufs Marillen-Einmachglas setzen, sondern auch über die familiäre Vergangenheit stülpen. Die beiden leben seit 16 Jahren gefangen in einem Karton genanntem Heim mit Holzsitzecke und Küchenzeile, an der die Frau mit Fatsuit und blonder Betonfrisur einen riesigen Topf mit Marillenmarmelade am stetigen Kochen hält. Es wird „gekaut“, „geschluckt“, „geschwiegen“ und hin und wieder durch ein mit einem Schlüsselwappen verdecktes Loch nach draußen gespannt. Man streicht Marmeladenbrote, redet davon, wie gut alles ist, lebt aber in ständiger Angst vor den Nachbarn und der Vergangenheit.

Diese dunkle Vergangenheit, nach der es nicht lohnt zu suchen, flimmert zu Beginn kurz in einem Video über der Kartonkastenszene. Die Tochter Rosalie (Irina Sulaver) hatte mit ihrer Freundin Ella (Marta Kizyma), um dem Kleinstadtmief aus Einkaufszentrum und geilen Jungskliquen zu entkommen, dem Vater aus dem Einmachglas Geld und den Jungs das Auto geklaut, mit dem beide allerdings verunglücken. Dazu singt France Gall verführerisch ihr Ella, elle l’a. 16 Jahre später rutscht dann die tot geglaubte Rosalie mit blutigem Knie wieder in den Karton der Werners und bringt die durch alltägliche Verdrängungsmechanismen zusammengehaltene Funktionsgemeinschaft der beiden in bedrohliche Schieflage. Während der Vater das „Tier“ von Tochter mit Verwünschungen überhäuft und die Familienehre bedroht sieht, versucht die Mutter alles mit ihrem Marillenbrei zu übertünchen.

Kein Schlüssel und Ausweg nirgends. Der Versuch der Vergangenheitsbewältigung führt natürlich geradewegs in die Familienkatstrophe, in der erst der wiedererwachte Patriarch der Mutter an die Wäsche geht, die sich ihrerseits dann mit „bitter-süßer“, vergifteter Marillenmarmelade rächt. Das Stück erreicht nicht ganz die Schärfe der Dramen eines Werner Schwab, ist aber in der Anlage vielversprechend und in der gelungenen Einrichtung von Franz-Xaver Mayr durchaus sehenswert.

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Foto (c) Arno Declair

Komplett in Englisch geschrieben hat die aus Israel stammende Autorin Sivan Ben Yishai ihr als „Ein übersetztes Klagelied mit furchtbarem Akzent“ annonciertes Stück Your Very Own Double Crisis Club. Es kam in einer besonders gewürdigten Übersetzung von Henning Bochert in der Inszenierung des ungarischen Regisseurs András Dömötör auf der Hinterbühne der DT-Kammerspiele zur Uraufführung. Die Kooperation mit der Universität der Künste Berlin geht dann ab Juli in den Spielplan des Deutschen Theaters über.

Sechs Studierende der UdK bilden hier den Chor, der aus einer in großer Feuersbrunst untergegangen Stadt Entkommenen. Assoziationen zur biblischen Legende des Loth sowie zu kriegerischen Ereignissen im Nahen Osten sind durchaus beabsichtigt. Die Erlebnisse der Geflüchteten werden jedoch nicht explizit verortet. Den Text zeichnet dabei aber eine hohe sprachliche Qualität aus. Die Autorin arbeitet mit metaphorischen Umschreibungen wie auch direkten Ansprachen ans Publikum.

Das nicht näher beschriebene chorische Wir symbolisiert in blauen Freizeitanzügen mit aufgedruckten EU-Sternen vor dem Eisernen Vorhang der Kammerspiele auch das kollektive schlechte Gewissen Europas vor Krieg, Gewalt und Vertreibung. Der Text wird zunächst in Hebräisch, dann Englisch und in Deutsch vorgetragen. Das vielstimmige Klagelied handelt von einer sterbenden Stadt, die „gegangbangt“ wird, während wir zuschauen. Es wird viel von Tod und Vergewaltigung gesprochen.

 

Foto (c) Arno Declair

 

Die doppelte Krise besteht darin, dass wir uns als Publikum mit der „Hand in der Unterwäsche“ an der Geschichte, die uns vom Chor verkauft wird, wie an einem „Kriegsporno“ ergötzen, während die Theater von der „Migrantenpoesie“ noch profitieren. Mehrfach steigt der Chor aus seiner Erzählerrolle aus und bedankt sich dafür beim Publikum oder skandiert: „Weint nicht um uns.“ Regisseur Dömötör setzt dem noch einen drauf, in dem er das Theater mit Geräuschen als Horrorhaus darstellt, aus dem es kein Entrinnen gibt. Durch Bühnenarbeiter an den Rand gedrängt, klopft der Chor an die unsichtbare vierte Wand eines schnell aufgebauten Biedermeierbühnenbilds.

Unterstützung bekommt der Chor durch die DT-Schauspieler Judith Hofmann und Felix Goeser. Letzterer sitzt nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs am Schlagzeug und schlägt als umjubelter Bürgermeister und Kriegsherr den Beat der Diktatur, während Judith Hofmann eine Suada vom Krieg der „Schwänze und Ärsche“ hält und dem maskulinen „Geruch von Hass und Sperma“ beschwört. Worte wie „Schwanzkrieg“ und „Schwanzmoral“ wirken da in ihrer übertriebenen Eindringlichkeit vielleicht auch etwas kurios. Die Geflüchteten werden nun mehr und mehr zum Backgroundchor degradiert, und Goeser tönt ein There Is A Light That Never Goes Out von The Smiths.

„Alles passiert gleichzeitig.“ Der Text beschreibt die Schwierigkeit des Verstehens wie auch das Ineinandergreifen der Ereignisse im „Haus der Geschichte“. Die Frage geht nach der Hauptfigur, als die sich der Chor nicht empfindet. Die Toten werden in die Welt der Lebenden zurückholt. Ihre Albträume wiederholen sich. Sivan Ben Yishai scheint ihren Heiner Müller gelesen zu haben. Das Klagelied wird zum Kampf um die Deutungshoheit des Erzählens über gute und schlechte Kunst und den „Emigrantenpoesie-Ausverkauf“ auf der Bühne. „Die Menschen sind so schön, wenn sie nicht mehr Gegenstand der Geschichte sind“, heißt es am Ende. „Vielleicht ist es besser aufzuhören“, spricht die Autorin vom Band. Doch die Leere will gefüllt sein. Es gibt kein Entkommen aus der Geschichte. Das Maxim Gorki Theater hat sich bereits die Uraufführung von Sivan Ben Yishais neuem Stück The story of life and death of the new bew wew woopidu Jew gesichert. Man darf gespannt sein.

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KARTONAGE (Deutsches Theater, 24.06.2017)
von Yade Yasemin Önder
Regie: Franz-Xaver Mayr
Bühne: Michela Flück
Kostüme: Korbinian Schmidt
Video: Sophie Lux
Musik: Levent Pinarci
Licht: Norbert Gottwald
Dramaturgie: Florian Hirsch
Uraufführung am 23. Juni 2017 im Deutschen Theater Berlin
Koproduktion mit dem Burgtheater Wien
Premiere dort am 27. September 2017 im Kasino
Besetzung:
Bernd Birkhahn: Herr Werner
Petra Morzé: Frau Werner
Irina Sulaver: Rosalie
Marta Kizyma: Ella

Info: https://www.burgtheater.at/de/

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YOUR VERY OWN DOUBLE CRISIS CLUB (DT-Kammerspiele, 24.06.2017)
Ein übersetztes Klagelied mit furchtbarem Akzent
von Sivan Ben Yishai
Übersetzt aus dem Englischen von Henning Bochert
Regie: András Dömötör
Bühne / Kostüme: Sigi Colpe
Musik: Tamás Matkó
Dramaturgie: Claus Caesar, Marion Hirte
Uraufführung wam am 23. Juni 2017, Kammerspiele D
Mit: Hicham-Tankred Felske, Felix Goeser, Christian Hankammer, Esther Maria Hilsemer, Judith Hofmann, Richard Manualpillai, Til Schindler, Mariann Yar
Deutsches Theater Berlin in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin
Termine: 03. und 14.07.2017

Infos: https://www.deutschestheater.de/

Zuerst erschienen am 25.06.2017 auf Kultura-Extra.

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Denkende Mondkreisläufer aus der Bern und sprechende Mauern und Sterne aus Wien – Zwei absurd komische Gastspiele bei den AUTORENTHEATERTAGEN 2017 im Deutschen Theater Berlin

Freitag, Juni 23rd, 2017

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MONDKREISLÄUFER – Ein launiges Gedankenkonstrukt von Jürg Halter als Gastspiel des Konzert Theaters Bern

Mit schöner Regelmäßigkeit gibt es bei den AUTORENTHEATERTAGEN in Berlin Inszenierungen aus dem Konzert Theater Bern zu sehen. Mit Die Vernichtung von Olga Bach und Ersan Mondtag hat es erstmals auch eine Produktion des kleinen Schweizer Stadttheaters zum Berliner Theatertreffen und zu den Mülheimer Theatertagen geschafft. Nach den im letzten Jahr auch in Deutschland bekannt gewordenen Querelen um den Intendanten Stephan Märki und die von ihm entlassene Schauspieldirektorin Stephanie Gräve lag nun ein besonderes Augenmerk auf der vom Deutschen Theater eingeladenen Inszenierung des Berner Dichters, Performancekünstlers und Musikers Jürg Halter. Mondkreisläufer – eine Heimsuchung in vier bis unendlich vielen Akten ist Halters erstes Theaterstück und wurde zudem vom neu bestellten Schauspieldirektor Cihan Inan uraufgeführt.

Diese Verbindung scheint sich als ein Glücksfall herausgestellt zu haben. Die Schweizer Kritik war nach der Premiere recht entzückt über das kleine Kammerspiel, das sich mit seinen knapp 80 Minuten dann doch auf vier statt der im Titel avisierten unendlich vielen Akte beschränkt. Es ist ein von Jürg Halter konzipiertes vielstimmiges Denkkonstrukt im „Grenzgebiet zwischen Vernunft und Wahnsinn“ wie es heißt. Ganz in Weiß sitzen Gabriel Schneider, Irina Wrona, Milva Stark und Nico Delpy vom Ensemble des Konzert Theaters Bern zu Beginn an den vier Ecken eines ebenfalls weißen Bühnenpodests mit Säule und grabkammerartiger Vertiefung auf der Hinterbühne der Kammerspiele. Sie spielen nicht näher bestimmte Figuren, die sich in kleinen Monologen über verschiedene Lebensentwürfe zwischen Individual- und Gemeinschaftswesen auslassen. Gemeinsam sind sie auf einer Reise zum Mond und tauschen Sehnsüchte und Ängste zur Idee einer neuen Gesellschaft aus.

 

Mondkreisläufer am Konzert Theater Bern
Foto (c) Annette Boutellier

 

„Lass mich dir durch den Kopf gehen“, ist Halters Gedanken-Credo. Und so soll es dann auch locker wie bei Freunden zugehen, in einem leeren Gedankenraum, den die vier Gedankenträger, die Halter als Geschmacks-, Gefühls- und Körpermischwesen bezeichnet, mit ihren Denkgebilden füllen. Das klingt dann mal wie ein ideologisches Sektenbrevier einer kompletten Selbstauslöschung, mal wie das Bewerbungsgespräch eines überambitionierten Selbstoptimierers oder auch mal wie eine entspannte Laissez-faire-Lebenshaltung eines Alles-ist-Möglich, Nichts-Muss. Doch wer ist die Mutter aller Gedanken? Bald kommen erste Zweifel auf, und die Besatzung aus „Mondkälbern“ sehnt sich zurück zum Mutterschiff Erde. Anbetung von Gedankengötzen oder der Rückzug in den gedankenfreien Mutterbauch, Halter lässt seinen Text da relativ offen und die Gedankenwolken wild kreisen.

Eine genaue Richtung ist nicht vorgegeben. „Wo bin ich hier?“ ist eine der bangen Fragen der Stimmen. Das suchende Individuum tanzt „Hop-Heißa“ im Gedankenstress. Dass das aseptische Bühnenbild den Gedanken eines Irrenhauses in sich birgt, ist da so naheliegend wie die Assoziation einer utopischen, zukünftigen Welt von reinweißen oder uniformierten Gedanken. Es geht viel um Freiheit und Freiräume, Vernunft und Verstand. Neue Utopien brauchen natürlich den freien Austausch der Gedanken. Ob wir uns entscheiden für eine Einengung oder Befreiung, die Sicherheit oder das Stürzen im gedanklichen Raum-Zeit-Kontinuum: „Der Gedanke ist eine tolle Erfindung.“

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MONDKREISLÄUFEREINE HEIMSUCHUNG IN VIER BIS UNENDLICH VIELEN AKTEN
(Hinterbühne der DT-Kammerspiele, 18.06.2017)
Ein Gastspiel des Konzert Theaters Bern bei den AUTORENTHEATERTAGEN
Die Uraufführung war am 10.09.2016 in den Vidmarhallen Bern
Inszenierungskonzept: Cihan Inan, Jürg Halter
Regie und Bühne: Cihan Inan
Dramaturgie: Elisabeth Caesar
Kostüme: Anouk Bonsma
Mitarbeit Bühne: Konstantina Dacheva
Mit: Gabriel Schneider, Irina Wrona, Milva Stark, Nico Delpy

Infos: http://www.konzerttheaterbern.ch/

Zuerst erschienen am 20.06.2017 auf Kultura-Extra.

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DIESE MAUER FASST SICH SELBST ZUSAMMEN UND DER STERN HAT GESPROCHEN, DER STERN HAT AUCH WAS GESAGT – Eine absurde Kunstbetriebsfarce von Miroslava Svolikova als Gastspiel des Wiener Schauspielhauses

Den Retzhofer Dramapreis hatte Miroslava Svolikova schon für die hockenden (ebenfalls zu den ATT eingeladen) bekommen, nun gab es für die junge österreichische Dramatikerin bei den AUTORENTHEATERTAGEN auch noch den Hermann-Sudermann-Preis für ihr neues Stück mit dem kryptischen Titel Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt oben drauf. Entstanden ist diese surreal anmutende Farce im Rahmen des Hans-Gratzer-Stipendiums, das ihr das Schauspielhaus Wien für den Stückentwurf verlieh.

Dass sich Svolikova mit ihrem Text bei szenischen Lesungen gegen 50 MitbewerberInnen durchgesetzt hat, ist fast schon Ironie. Handelt das Stück doch genau von diesem Dilemma, dem sich junge Kreative permanent aussetzen. Drei hoffnungsvolle Talente (Simon Bauer, Katharina Farnleitner und Steffen Link) wähnen sich im Glück eine Ausschreibung gewonnen zu haben und sehen sich nun am Ziel wiederum zwei Konkurrenten gegenüber. Bewaffnet mit Sieben und dem Willen, sich durchzusetzen, treffen sie in einem Museum für merkwürdige Dinge auf einen Museumsführer (Sebastian Schindegger), der von sich behauptet, ein Hologramm zu sein, und einer taffen Putzkraft, die als Regisseurin (Dolores Winkler) alles im Griff zu haben scheint. Wundersam herumliegende Zettel, deren Botschaften man kaum noch lesen kann, geben zusätzliche Rätsel auf.

Die Autorin kommt aus der bildenden Kunst, entsprechend bildhaft auch die Sprache ihres zuweilen vor sich hin kalauernder Textes, der in regelrechte Wortverballhornungen führt. Das könnte schnell auch fad werden, aber das gut aufgelegte Schauspielhaus-Ensemble, allen voran Sebastian Schindegger als bramarbasierender, fusselbärtiger Professorentyp und Dolores Winkler, die auch immer wieder in einem gelben Europa-Sternenkostüm auftaucht, halten das komödiantische Niveau stetig hoch. Die drei Eleven spitzen Stift und Ohren, schreiben alles Gehörte bereitwillig mit und repetieren es gehorsamst. Es geht schließlich um so etwas großes, wie „die Rettung der Onion“.

 

Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt am Schauspielhaus Wien – Foto (c) Matthias Heschl

 

Die witzige Inszenierung von Franz-Xaver Mayr spielt in einem von Michela Flück gebauten Bühnenkasten, in dem nur ein fester Tisch mit vier Stühlen und ein Fenster die weiße Leere der Wände durchbrechen. Aber wo ist die eigentliche Geschichte, der rote Faden, den der Museumsführer beschwört? „Das dringende Bedürfnis nach Handlung!“ wird durch groteske Wortkaskaden immer wieder unterlaufen. Schon gleich zu Beginn fällt das Wort Farce, das hier im doppelten Sinn zutrifft. Das Stück nimmt das Thema Kunstwille und „scheue“ Institution lustvoll auf die Schippe und führt es in sich drehenden Sätzen immer weiter ad absurdum. Der Stern der „Onion“ erscheint als die Parodie seines politischen Versprechens. Ein Übriggebliebener am leeren Himmel, der hoffnungsfroh umarmend nach den anderen sucht. Ein sarkastischer Abgesang an die einstige Gemeinschaft.

„Die Dinge wünschen sich nichts mehr, als erzählt zu werden.“ Doch wo hört man auf, wo fängt man an? So werden schließlich auch die drei Aspiranten bis zur Ermüdung durch die immer gleichen weißen Ausstellungsräume geführt, lassen sich ein skurriles Exponat nach dem anderen vorführen, mit faden Parolen motivieren oder im wahrsten Sinne des Wortes mit schaumigen Reden einseifen. Danach trocknet man sich mit dem Picasso-Handtuch aus dem angeschlossenen Museumsshop. Doch der Wille zur Erfüllung des Ausschreibungsziels lässt die drei ohne Zweifel immer weiter machen. Der Wunsch der Welt seinen Willen aufzudrücken wird zusammengehalten durch Angstschweiß. Keiner will auf dem Weg zur „Kariette“ durch die Maschen des Auswahlsiebs fallen. Doch die kurzzeitig vereinzelten Individuen landen schließlich wieder vereint im Eimer. Was für sie abfällt, sind lediglich verlorene Fingernägel ihrer Vorgänger oder Häppchen einer historischen Käseplatte.

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DIESE MAUER FASST SICH SELBST ZUSAMMEN UND DER STERN HAT GESPROCHEN, DER STERN HAT AUCH WAS GESAGT (Kammerspiele des DT, 21.06.2017)
von Miroslava Svolikova
Regie: Franz-Xaver Mayr
Bühne / Kostüme: Michela Flück
Dramaturgie: Anna Laner
Mit: Simon Bauer, Katharina Farnleitner, Steffen Link, Sebastian Schindegger und Dolores Winkler
Uraufführung am Schauspielhaus Wien: 13.01.2017 Gastspiel zu den AUTORENTHEATERTAGEN BERLIN
Aufführungsdauer ca. 1 ½ Stunden, keine Pause

Weitere Infos siehe auch: http://www.schauspielhaus.at

Zuerst erschienen am 23.06.2017 auf Kultura-Extra.

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Gelungener Auftakt der AUTORENTHEATERTAGE im DT mit Thomas Köcks „paradies fluten“ und Yael Ronens „Point Of No Return“

Sonntag, Juni 18th, 2017

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Vom 14.06. bis 24.06.2017 veranstaltet das Deutsche Theater Berlin wieder die alljährlichen AUTORENTHEATERTAGE. Sie stehen diesmal unter keinem bestimmten Motto, jedoch die Auswahl der Stücke ist wie immer nah am Puls der Zeit. Flucht, Fremdheit, Heimat und ihr Verlust sind die Schwerpunktthemen der 10 eingeladenen Stücke, Romanadaptionen und Stückentwicklungen. Auch in den drei von einer Jury ausgewählten Texten der Stückeausschreibung des DT stehen diese Schlagworte im Mittelpunkt. In einer langen Nacht der Autoren kommen sie erstmals auf die Bühne.

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Gleich zwei dieser aktuellen Worttrigger trägt das Stück paradies fluten des österreichischen Dramatikers Thomas Köck schon im Titel. Der Autor erhielt 2016 für seinen Text den Kleist-Förderpreis. Und nicht nur rein sprachlich gesehen ist dieser Text ein regelrechtes Wortungetüm. Auch inhaltlich schweift das Stück quer durch die Weltgeschichte von der ökonomischen Kolonisation Amerikas bis zu den Auswüchsen globaler Umweltverschmutzung und der Finanzkrise in Europa. Bei der Uraufführung in einer Inszenierung des Staatstheaters Mainz im Juni 2016 bei den Ruhrfestspielen sprach die Kritik nicht ganz zu Unrecht von einem „Text-Tsunami“ der an „Fitzgeraldo“ und Christoph Schlingensief erinnere. Der Autor, der sich nichts Geringeres als ein erschöpftes Tanzensemble, ein ertrinkendes Symphonieorchester und ein bühnenfüllendes Schiffswrack wünscht, gibt selbst an: „da das alles sicherlich sehr viel ist für einen abend / empfehle ich den text häufig nachzuspielen / es lohnt sich“. Wie diese nicht ganz uneigennützige Anregung gemeint ist, konnte man nun beim Gastspiel des kleinen Stuttgarter Theaters Rampe in den DT-Kammerspielen sehen.

Fanden die Kritiker der Mainzer Uraufführung die Inszenierung noch viel zu statisch, so geht die Intendantin des Theaters Rampe, Marie Bues, ganz anders an Köcks Textflut, die ganz ähnlich den Textflächen einer Elfriede Jekinek aufgebaut ist. Bues hat sich für ihre Inszenierung die Unterstützung der Tanzkompanie backsteinhaus geholt und mit der Choreografin Nicki Liszta zusammengearbeitet. Und so kommt es dann gleich in der Eröffnungsszene zu einem die gesamte Bühne überflutenden Zusammenspiel des vom Autor empfohlenen, umherschwankenden Tanzensembles mit dem ertrinkenden Symphonieorchester in Form eines Trios an Keyboard, Bass und Schlagzeug.

 

paradies fluten am Theater Rampe – Foto (c) Felix Grünschloß

 

Zuvor war das Stuttgarter Ensemble noch bei einem szenischen Epilog auf dem Vorplatz des Theaters an einem mit Autoreifen behängtem Galgen und Autowrack zugange und las aus Köcks prophetischem Katastrophenszenario – Teil 1 einer ganzen Klimatrilogie. Als Schiffswrack liegt auf der Bühne der Kammerspiele ein gestrandeter Wal mit angedeutetem Fischschwanz und einem Rumpf aus mit einer Plane abgedeckten Autoreifen. Lediglich die zwei Überlebenden der Katastrophe in Klimakapseln, Postparzen genannt, fehlen. Die von Köck beschriebene durchschnittliche weiße mitteleuropäische Familienaufstellung der 90er Jahre schält sich allmählich aus dem Kreis der Tanzenden. Es sind „Schreckgespenster“ der kriselnden globalen kapitalistischen Industrialisierung.

Vater, Mutter, Tochter im Goldenen Zeitalten nach der deutsch-deutschen Wende. „Das Geld floss und der Markt expandierte.“ Der Vater hat sich eine Autowerkstatt mit Reifenhandel aufgebaut, nennt sich selbständig und unabhängig. Der Mutter geht dieser Drang nach unternehmerischer Freiheit und Selbstverwirklichung zu weit. Jahre später, wenn der Vater dement ins Pflegeheim muss, steht sie vor den Scherben des nur kurzen wirtschaftlichen Aufschwungs. „Vogelfrei“ geht es in den Konkurs. Die Tochter, die in der Stadt einem prekären Tanzjob auf Honorarbasis nachgeht, verkauft schließlich das elterliche Heim, um nach einem „querfinanzierten Leben“ doch noch irgendwie unterzukommen.

 

paradies fluten am Theater Rampe – Foto (c) Felix Grünschloß

 

Diese kurzen, szenisch vorgetragenen Passagen werden mit einem Ereignis 100 Jahre zuvor auf dem lateinamerikanischen Kontinent kurzgeschlossen. 1890 baut der deutsche Architekt Felix Nachtigall am Amazonas in Manaus, Brasilien, eine Dschungeloper für die Gummibarone. Der junge idealistische Mann will mit Hilfe der Kunst eine neue Gesellschaft gestalten, während der neue Geist des Kapitals längst am Paradies einer Steueroase arbeitet. Die Werte der freien Welt heißen hier Geld und Ware. Entwicklungsarbeit bedeutet Kolonisierung und Schaffung von Absatzmärkten. Auf der Strecke bleiben die Menschenrecht der Ureinwohner. Eine Indiofrau hängt geschunden am Seil.

Der Wille zur politischen Veränderung mit Mitteln der Kunst gerät zur Pose. Immer wieder rutscht einer der Tänzer über den mit Seifenwasser geschmierten Bühnenoden, während er die hehren Sätze des Architekten predigt. Über den Rohstoff Kautschuk funktioniert der Umschluss in die jüngere Vergangenheit und Gegenwart der Mittelstandsfamilie mit ihrer Reifenbude am Rande der Pleite zwischen regionalem wirtschaftlichem Aufschwung und globaler Finanzkrise. Die Paradise werden geflutet, erst vom Geld, und nach dessen Abfluss mit Erinnerungswellen einer historischer Demenz. Die Band setzt zum finalen Begräbnismarsch an. Das Chaos, das sich mittlerweile auf der Bühne breitgemacht hat, schwappt nun mit den SchauspielerInnen und TänzerInnen auch ins Publikum.

Einer der Schauspieler baut mit den Reifen eine Mauer und drängt die sprachlose Sparte dahinter. So bekommt Köcks Text noch eine Betriebsaktualität, die des Kampfes von Tanz und Performance gegen das Sprechtheater. Köcks „Neuronenmassen“, die vor Jahrtausenden gelernt haben, „Ich“ zu sagen, verschwimmen zu einer Polonaise tanzenden Masse. Dass dabei der komplexe, ausufernde Text akustisch immer mehr verschwimmt, ist sicher beabsichtigt, und tut der Intensität der Inszenierung kaum keinen Abbruch. Ein durchaus gelungener Auftakt der AUTORENTHEATERTAGE.

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paradies fluten (verirrte sinfonie) – (DT-Kammerspiele, 14.06.2017)
von Thomas Köck
Regie/Choreografie: Marie Bues, Nicki Liszta
Ausstattung: Claudia Irro
Musikalische Leitung: Heiko Giering
Musiker: Georg Bomhard, Thorge Pries
Dramaturgie: Martina Grohmann
Mit: Sarah Bauerett, Lilly Bendl, Ariel Cohen, Goncalo Cruzinha, Niko Eleftheriadis, Britta Gemmer, Steffi Schadeweg, Isabelle von Gatterburg, Raimund Widra, Andy Zondag
Koproduktion von Theater Rampe und backsteinhaus produktion
Produktionsleitung backsteinhaus produktion: Isabelle von Gatterburg
Premiere war am 17.09.2016 im Theater Rampe Stuttgart
Dauer: ca. 110 Minuten ohne Pause

Info: http://theaterrampe.de/stuecke/paradies-fluten/

Zuerst erschienen am 16.06.2017 auf Kultura-Extra.

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Point Of No Return – Ein Gedankenaustausch über die Angst vor dem Terror von Yael Ronen und dem Ensemble der Münchner Kammerspiele

Point Of No Return an den Münchner Kammerspielen
Foto (c) David Baltzer

Beim Theatertreffen nur auf der Longlist ist Point Of No Return, die erste Stückentwicklung von Yael Ronen für die Münchner Kammerspiele, nun über die AUTORENTHEATERTAGE nach Berlin gekommen. Eigentlich wollte die Gorki-Hausregisseurin eine Art Fortsetzung ihres Berliner Erfolgsstücks Erotic Crisis machen, nun hat sie mit den Mitwirkenden des Ensembles der Kammerspiele eine Reflexion der mitten in den sommerlichen Probeprozess platzenden Ereignisse um den Amoklauf des David S. im Münchner Olympia-Einkaufzentrum im letzten Jahr erarbeitet.

Zu Beginn verkündet uns der aus einer Bühnenluke krabbelnde, langjährige Ronen-Mitstreiter Niels Bormann, dass es sehr viel Potential zum Sterben im Saal gäbe. Früher oder später müsse ja jeder mal sterben. Da verspüre er schon ein großer Druck, nicht alles besser zu wissen. Nun klettern auch die anderen DarstellerInnen in alpiner Winterkleidung die verspiegelte Bühnenschräge herunter. Angeseilt sicher nicht nur wegen der offensichtlich gefährlichen Schieflage der Bühne, sondern auch wegen des schwierigen diskursiven Terrains, auf das sie sich da begeben. Ein Schutz also auch vor der Gefahr des Abrutschens in die Pietätlosigkeit und den schlechten Geschmack. Es geht zum Teil dann auch recht schwarzhumorig zu an diesem Abend. Es gilt sich nicht Bange machen zu lassen vor der Gefahr des Terrors, vor allem im Umgang mit den ureigensten Ängsten und persönlichen Befindlichkeiten.

Die werden dann auch lang und breit ausgewalzt. Der Reihe nach erzählen alle, wo sie während der Ereignisse waren, was sie fühlten und an was sie dabei dachten. Wiebke Puls war zum Beispiel mit ihren Kindern im Theater und zwar nicht auf der Bühne, sondern als Zuschauerin im Saal. Eine ungewohnte Situation. Sie fühlte sofort alle Blicke auf sich, als ob man etwas von ihr erwarten würde. Sofort gingen ihr auch Horrorszenarien durch den Kopf und Gedanken darüber, ob sie im Ernstfall eine heldenhafte Mutter wäre. Den Helden hätte auch Niels Bormann bei seiner täglichen Fischsuppe in der Kantine gern gespielt, während Dejan Bućin beim Sockenkauf im Discounter der Handy-Akku leerlief, und er nun mit seinen Gedanken über sich und die Welt mehr oder weniger allein war.

 

Point Of No Return an den Münchner Kammerspielen
Foto (c) David Baltzer

 

Der eigene Schauspieljob ist dann aber der große Aufhänger des Abends, denn auch die aus Serbien stammende Sängerin und Schauspielerin Jelena Kuljić stand an diesem Tag auf der Bühne und fühlte sich an ihre Zeit als junge Künstlerin während der Balkankriege erinnert. Wesentlich unberührter gibt sich der australische Performer Damian Rebgetz, der im Folgenden die Rolle eines sterbenden Attentäters übernimmt und nur darüber klagt, in diesen Szenen keinen Text zu haben. Auf der Schräge werden dazu die Bilder einer Überwachungskamera projiziert, die einen ähnlichen Fall wie in München zeigen. Verstörende Bilder von flüchtenden Menschen, denen die DarstellerInnen wie Schatten folgen, ihre Bewegungen nachahmen und mögliche Gedanken durchspielen.

Was ist noch darstellbar, wo ist der Punkt überschritten, der diese Art der Reflexion ins Kippen bringt? Wo der, an dem es kein Zurück mehr gibt zur Normalität vor den YouTube- und Fernsehbildern? Ist der Joke, dass doch Berlin den ersten Terrorakt hatte und München nur einen Amoklauf noch okay? Ein provozierendes Spiel mit der allgegenwärtigen Medienausschlachtung und dem eigenen Kopfkino, aber auch lockere Brechung mit Hilfe der Ironie und Komik als Mittel der Selbstvergewisserung und Behauptung gegenüber den verschiedenen Angstszenarien von Terror und Tod. Als Schauspieler auf Einfühlung trainiert, scheitert Wiebke Puls bei der Verlesung des Folterprotokolls einer aus Eritrea geflüchteten Frau, während es Jelena Kuljić ruhig und professionell vorträgt. Zwischen gespielter und echter Empathie und Erinnerungen an Rollen mit Sterbeszenen übt sich das Ensemble im Verstehen.

Was ist ein Terrorist überhaupt für ein Mensch? Kann man sich den eigenen Tod eigentlich vorstellen? Wie gehen wir um mit unseren Ängsten? Das Aufzählen von Statistiken, Fakten und Phobien hilft kaum gegen die meist irrationale „Angst vor der Angst“. Wie schon am Anfang von Niels Bormann angemerkt, werden wir die Medienbilder wie die eigenen Bilder im Kopf und auch den Tod selbst nicht mehr los. Das Sprechen darüber ist die Kunst des Umgangs mit den Katastrophen dieser Welt. Gerade gutes und dabei unterhaltsames Theater kann dieser Kunst Ausdruck verleihen. Yael Ronen lässt am Ende Walter Benjamin Engel der Geschichte rezitieren. Dieser Abend ist ein Anfang und gar kein so schlechter Versuch, die Trümmer der Katastrophen, die wir Geschichte nennen, zu sortieren.

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Point Of No Return (Deutsches Theater, 15.06.2017)
von Yael Ronen und Ensemble
Gastspiel Münchner Kammerspiele
Premiere dort war am 27.10.2016
Regie: Yael Ronen
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Amit Epstein
Sounddesign: Yaniv Fridel
Video: Claudius Schulz, Angelika Widel, Wolfgang Menardi
Licht: Jürgen Tulzer
Musik Yaniv Fridel, Ofer (OJ) Shabi
Dramaturgie: Johanna Höhmann
Recherche: Bastian Zimmermann
Mit: Niels Bormann, Dejan Bućin, Jelena Kuljić, Wiebke Puls, Damian Rebgetz
Termine Münchner Kammerspiele: 21.06. und 21.07.2017

Infos: http://www.muenchner-kammerspiele.de/

Zuerst erschienen am 18.06.2017 auf Kultura-Extra.

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