Archive for the ‘Ersan Mondtag’ Category

Untot und aus der Welt gefallen – Anne Habermehls „Outland“ in den Sophiensaelen und Ersan Mondtags „Letzte Station“ im Berliner Ensemble

Mittwoch, Dezember 20th, 2017

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Outland – Anne Habermehl inszeniert in den Sophiensaelen ihr neues Stück über Menschen, die aus verschieden Gründen aus der Welt gefallen sind.

Outland in den Sohiensaelen Berlin
Foto (c) Bettina Werner

Die Stücke der 1981 in Heilbronn geborene Dramatikerin Anne Habermehl sind bisher in Hamburg, München, Wien, Chemnitz oder Tübingen aufgeführt worden. Gern übernimmt sie dabei auch die Inszenierung selbst. So etwa bei Luft aus Stein am Schauspielhaus Wien oder Narbengelände am Thüringischen Landestheater Gera/Altenburg. Mit Letzterem, einem Generationenstück, das Lebensgeschichten im Vor- und Nachwende-Thüringen thematisiert, war sie 2011 zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen. Und auch in ihrem neuen Stück Outland, das Habermehl an den Berliner Sophiensaelen wieder selbst zur Uraufführung brachte, geht es um drei Generationen von Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft verloren haben. Anhand von vier Episoden werden Menschen verschiedenen Alters vorgestellt, die aus Gründen körperlicher oder innerer Versehrung aus dieser Welt gefallen sind. Gesellschaftliche Verwerfungen haben auch hier Narben in den Seelen und Gemütern der ProtagonistInnen hinterlassen, was Habermehl in ihrer typischen, auch als „schmerzvoll-poetisch“ bezeichneten Sprache beschreibt.

Zunächst ertönt allerdings ein vierstimmiges Gewirr aus beängstigenden Zustandsbeschreibungen und zynischen Selbstoptimierungsphrasen, die mehr oder weniger Ausdruck allgemeiner Hilflosigkeit sind, wie etwa: „Ich funktioniere. Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Ich kann mit Enttäuschungen umgehen. Ich frage immer nach dem Sinn. Ich bin im freien Fall. Ich bin ein Vogel, der mit ausgebreiteten Flügeln gegen die Scheibe knallt. Ich suche nach dem Wir, Ich finde nur das Ich.“ Ob nun tatsächlich noch „in Balance“, oder schon „komplett im Arsch“, die Figuren leiden ganz offensichtlich unter einer rasenden Angst vor Kontrollverlust und Einsamkeit.

 

Outland in den Sohiensaelen Berlin – Foto (c) Detlev Schneider

 

Das kennzeichnet vor allem auch die Beziehungen untereinander. Eine junge Frau, die wieder mal ihren Job verloren hat, sucht Verständnis für ihre offensichtlich psychischen Probleme bei ihrem Chef, der in ihr aber nur einen seltsamen Menschen sieht und sich nicht für ihre Existenzprobleme zuständig fühlt. Auch von ihrer Mutter bekommt die junge Frau nur Vorwürfe zu hören. Man vermag nicht miteinander zu reden. Ähnlich ist es mit der zunächst großen Liebe eines Mädchens zu ihrem Freund. Gemeinsam fühlt man sich stark die Welt zu verändern, geht auf Konzerte, kifft und hört Joy Division. Als der Junge dann allerdings beginnt an einer schizophrenen Psychose zu leiden und Stimmen im Kopf ihn zu einen Selbstmordversuch treiben, kann das Mädchen mit dieser Situation nicht umgehen und verlässt den im Krankenhaus unter Psychopharmaka stehenden Freund.

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Anne Habermehl versucht in ihrer Inszenierung den Text vor allem in Bewegung zu übersetzen. Distanz und Nähe lassen sich im großen Saal auch besonders gut darstellen. Anne Haug und Ingo Tomi gehen als Liebespaar in den Clinch, erst klammert sie, dann geht sie wieder auf Abstand. Dazu kriecht irgendwann Sabine Waibel unter den weiten Strickpullover des schizophrenen Jungen. Dazu spielt Musiker Philipp Weber einen minimalistischen Keyboardsound, der sich zunehmend verstärkt, wenn das Ensemble Plastiksäcke mit Federn auf der Bühne entleert, darin tollt und viel im Kreis rennt.

 

Outland in den Sohiensaelen Berlin – Foto (c) Detlev Schneider

 

Den Geschichten verleiht das durchaus eine zusätzliche Intensität. Wie in einem weiten Feld aus Schnee steht einsam Sabine Waibel als Ärztin, die in einer Ethikkommission mitentscheiden soll, wann ein Leben zu Ende ist, aber gerade mit ihrem eigenen nicht klar kommt. Der Sohn ist weg, die Polizei kann keine Hinweise und nichts wirklich Seltsames auf seinem PC finden. Derweil demonstrieren radikale Christen vor ihrer Wohnung, in der sich die Mutter einen Joint des Sohns reinzieht und Visionen bekommt. Zunehmend ratlos googelt sie nach Problemlösungen, geht zu einem Priester, obwohl sie nicht gläubig ist, oder befragt die Lehrer ihres Sohnes. Irgendwann ist der Filius wieder da, war nur kurz im Wald und sagt seiner Mutter, dass nicht immer alles nur mit ihr zu tun hat.

Sabine Waibel spielt diese Hilflosigkeit einer Mutter glänzend. Die Suche nach dem Sohn wird zur Suche nach Erlösung. Die Fragen nach Liebe, Spiritualität, Lebensethik drehen sich beständig im Kreis, begleitet von einem mehrstimmigen Sound aus Stimmen, den die anderen Spieler wie ein atmosphärisches Summen besteuern. Den Kreis der Genrationen und seelisch wie geistig Versehrten schließt Manfred Andrae als ins Altersheim abgeschobener Großvater, der bisher im Rollstuhl saß und nun von den anderen in einen Anzug gekleidet und von der Seite souffliert einen Monolog aus Erinnerungen an sein Leben und seine Tochter hält. Ein langsam verlöschender Geist gefangen im verfallenden Körper, der nochmal die Fragen nach Schuld und Verantwortung stellt, während die anderen die Bühne säubern. Andrae spricht einerseits von einem Land, das weder Fragen stellt, noch Antworten will und anderseits sich von 14-16 Uhr im Flüchtlingsheim von seinem Gewissen und Geschichtskoma befreit. Das Hohelied der Liebe klingt hier wie Hoffnung und Abgesang zugleich.

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Outland (Sophiensaele, 02.12.2017)
Text und Regie: Anne Habermehl
Bühne: Christoph Rufer
Musik: Philipp Weber
Kostüme: Bettina Werner
Dramaturgie: Juliane Hendes
Licht, Technik: Joscha Eckert
Mit: Manfred Andrae, Anne Haug, Ingo Tomi, Sabine Waibel
Die Uraufführung war am 02.12.2017 in den Sophiensaelen
Termine: 03., 04., 05., 06.12.2017

Infos: http://www.sophiensaele.com/

Zuerst erschinen am 04.12.2017 auf Kultura-Extra.

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Lahmes Zombietheater – Ersan Mondtag scheitert am Berliner Ensemble mit seiner düsteren Sterbeelegie Die letzte Station

Die letzte Station am Berliner Ensemble – Foto (c) Armin Smailovic

Zur Situation alter Menschen in unserer Gesellschaft gibt es recht wenig Stoffe für das Theater. Die wenigen, die sich mit den Problemen des Alterns und dem Sterben befassen, betrachten das meist aus dem Blickwinkel der jüngeren Generation, die am Totenbett eines Elternteils oder nach dem Tod beim Ausräumen der elterlichen Wohnung über verpasste Chancen der Verständigung und das eigene Leben reflektieren. Über den Prozess des Wegsperrens der Alten und ihr unwürdiges Dahinsiechen in Pflegeheimen hat die junge Schweizer Dramatikerin Katja Brunner mit geister sind auch nur menschen einen sehr starken Theatertext geschrieben, den die Regisseurin Claudia Bauer (mit 89/90 auf dem letzten THEATERTREFFEN) auf der kleinen Bühne des Schauspiels Leipzig in eindrucksvolle und bildstarke Choreografien übersetzte. Für das Berliner Ensemble unter dem neuen Intendanten Oliver Reese versucht Regie-Jungstar Ersan Mondtag nun Ähnliches. Die letzte Station heißt diese neue Bühnenarbeit, für die Mondtag und Ensemble in drei Berliner Alteneinrichtungen recherchiert haben.

Das ist leider gründlich in die Inkontinenzhose gegangen. Der gute Wille – bei Ersan Mondtag auch immer mit einem großen Willen zur Form gepaart – ist erkennbar, allerdings kommt der Abend nicht über eine in sämtliche Klischeefallen stolpernde Ärgerlichkeit hinaus. Zunächst aber herrscht Stille über einem Bühnensetting mit Tannenwäldchen, Ziehbrunnen und Holzhausskelet, vor dem Neu-BE-Schauspielerin Judith Engel mit Grauhaarperücke und beigefarbenem Kostüm sitzt und andächtig wartet. Worauf wird erst nach ein paar Minuten klar, wenn Constanze Becker in Nachthemd und Pantoffeln mit einem Koffer in der Hand somnambul in Richtung Wäldchen schlurft. „Gehen Sie ruhig weiter.“ wird ihr Judith Engel im Lauf des Abends immer wieder bedeutungsvoll zuraunen. Scheinbar ist sie aber noch nicht bereit, den letzten Schritt in Richtung Jenseits zu tun, von dem man wie in einem dichten Wald nicht weiß, was einen dort erwartet. Dagegen kommen nun weitere Figuren aus dem Wäldchen heraus, sich sanft wiegend und die alte, sichtlich verwirrte Frau in die Mitte nehmend. Sie gehören neben dem kleinwüchsigen BE-Schauspieler Peter Luppa hauptsächlich zur Tanzgruppe Dance On (also: Tanz weiter), das aus TänzerInnen deutlich jenseits der 40 besteht.

 

Die letzte Station am Berliner Ensemble
Foto (c) Armin Smailovic

 

Das hat zunächst durchaus auch etwas Unheimliches, für das die Gruselmärchen der Brüder Grimm Pate gestanden haben mögen. Ein leicht dementes Krippenspiel unter Heiminsassen wird hier gegeben, das sich nach und nach von „Stille Nacht“ zu einem Altersalbtraum in Moll verwandelt. Der etwas zähe Abend schwankt dabei zwischen senilem Dahindämmern, schwindenden Erinnerungssplittern der Frau an den Mann Karl (Laurence Rupp), ihre Kinder und das Sterben der Mutter sowie einer akuten Altersdepression, die sich hier in ein paar aggressiven Schüben seitens Constanze Beckers Figur Hanna äußert. Das Warten auf das Ende wird immer wieder durch kleine Zwiegespräche der beiden Frauen unterbrochen. Der ansonsten recht sparsame Text schwingt sich dabei sogar zu einigen philosophischen Betrachtungen auf. „Sie haben ihr Leben bekommen, sie mussten es leben, jetzt geben sie es wieder hin. Sie wurden in die Windel geboren, sie gehen in die Windel zurück.“ Dabei erweist sich angesichts der voranschreitenden Demenz letztendlich sogar der Jean-Paul-Aphorismus von der Erinnerung, als einzigem Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann, als schnöde Lüge.

Die vor sich hin dämmernde Inszenierung macht einem das Verstreichen von Lebenszeit bleiern spürbar. Wären da nicht die auflockernden Tanzeinlagen der Dance-On-Mitglieder, die wie untote Geisterwesen oder Hirngespinste Hannas sich mal ironisch kabbeln, mal slapstickartiges Ringelreihen, Square Dance oder eine hinreißende Tremor-Performance vollführen, man müsste wohl allein schon aus Langeweile zu Grunde gehen. Die Frage nach dem Danach erschöpft sich dann allerdings nur in einer unversöhnlichen Hass-Suada Constanze Beckers über ein angeblich friedvolles Ende in Sterbehotels am Stadtrand und die Verlogenheit der Weihnachtsgeschichte. Ein abschließender großer Knall mit Supernova, schwarzem Loch und Zombiefluch. Der Abend möchte einem die Wut der Vergessenen ins Gesicht schreien und dabei noch möglichst kunstvoll aussehen. Leider scheitert Ersan Mondtag bei dem Versuch, das in anschaubares Theater zu verwandeln.

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Die letzte Station (BE, Kleines Haus, 14.12.2017)
von Ersan Mondtag
Regie: Ersan Mondtag
Bühne: Stefan Britze
Kostüme: Raphaela Rose
Musik: Diana Syrse
Licht: Ulrich Eh
Künstlerische Beratung: Clara Topic-Matutin
Mit: Constanze Becker, Judith Engel, Peter Luppa, Laurence Rupp, Ty Boomershine, Brit Rodemund, Christopher Roman, Jone San Martin, Frédéric Tavernini
Die Uraufführung war am 14.12.2017 im Kleinen Haus des Berliner Ensembles
Dauer: 90 Minuten, keine Pause
Termine: 19., 20., 21., 28., 29., 31.12.2017 / 09., 10., 11., 18., 19., 20.01.2018

Infos: https://www.berliner-ensemble.de/

Zuerst erschienen am 17.12.2017 auf Kultura-Extra.

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Trockeneisnebel und theatraler Oberflächenreiz – Das 54. Berliner Theatertreffen endet mit „Traurige Zauberer“ von Thom Luz und „Die Vernichtung“ von Ersan Mondtag wie es begonnen hat

Freitag, Mai 26th, 2017

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Traurige ZaubererEine stumme Komödie mit Musik – Thom Luz zelebriert mit dem Ensemble des Staatstheaters Mainz eine assoziative Trockeneisnebelübung

Die Trockeneisnebel der großartigen 89/90-Wende-Theatershow vom Schauspiel Leipzig sind gerade erst verflogen, da wird man schon wieder eingenebelt. Diesmal sitzt das Publikum selbst mit auf der Bühne, und Slow-Motion-Zauberer Thom Luz lässt sein Mini-Ensemble vom Staatstheater Mainz ein Stück namens Traurige Zauberer zelebrieren. Es wird Trockeneisnebel in einen Schlauch geblasen, an dessen Ende er sich feingliedrig in die Lüfte erhebt. Eine Trommel stößt Rauchringe aus, ein Karton und eine in einem Garderobenkäfig eingesperrte Frau werden zugenebelt. Sie singen, sinken hin, sollen schweben oder verschwinden. Letztendlich bewegen sich diese traurigen Zauberer aber kaum, nur um hin und wieder ihre Position zu wechseln. „Slow March“, die Zeit läuft rückwärts.

Gelernt hat Thom Luz sein Theater-Handwerk beim Meister der Entschleunigung Christoph Marthaler. Er ist dessen feinsinnigster Apologet und kann doch viel mehr als das Tempo rausnehmen und Rauchringe in die Luft blasen. Hier erzählt Luz die Geschichte des Theaters – als Loop im Vorbeigehen vorgetragen, eine Mär vom Niederbrennen und Wiederaufbauen, von Anfang, Ende und Neubeginn. Dazu klimpern leise zwei Pianos, erscheint ein Magier, der sich als die Hauptattraktion wähnt, scharrend Songs von Charles Ives singt und ein Tablett mit Toast jongliert, bis es herunterfällt.

 

Traurige Zauberer am Staatstheater Mainz
Foto (c) Andreas Etterer

Zauber und Magie der Theaterkunst werden als Duell zweier Großer ihrer Kunst dargeboten. Zumindest erfährt man in Anekdoten vom großen Nikola und Alexander, Widerparts sowohl in der Zauberkunst wie auch in der Liebe zur Assistentin. Der eine möchte als Begleitmusik ein zugängliches Werk von Stockhausen. Auf der Beerdigung des anderen soll es wie am Ende jeder seiner Vorstellungen ein Feuerwerk gegeben haben. Ein solches wird hier allerdings nicht entzündet. Es ist mehr die zitierte Wasserpantomime von Kafka als assoziative Trockeneisnebelübung mit Musik.

Thom Luz unterläuft wie fast immer die Erwartungen. Er eröffnet Räume und Blicke in den leeren Zuschauerraum des Hauses der Berliner Festspiele, in dem Filmprojektoren rattern und Beifall und Gelächter als Schleife vom Band laufen, schließt sie aber wieder mit Vorhängen, auf denen sich projizierte Wolken mit dem Bühnennebel verbinden. Licht und Schatten erzeugen zusammen mit dem zurückgenommen Spiel eine melancholische Stimmung, die sich schwer wie der wabernde Trockeneisnebel aufs Gemüt legt. Alle Kunst ist vergänglich, raunt der Abend. „J’attendrai le jour et la nuit“ (Ich werde warten Tag und Nacht) singt das Ensemble dazu.

Ein tiefer Blick in den mit Glühbirnen umflorten Garderobespiegel. Geheimnisse bleiben solange geheim, bis man sie verrät, ist eine der vorgetragenen Regeln guter Illusion. Verstehen muss man das alles nicht, es liegt im Nebel der eigenen Assoziation. Nichts Neues also vom Zauberer der wohligen Atmosphäre geheimnisvoller, abgelegener Inseln, leuchtender LSD-Träume und des Vergessens in Zeiten des Holozäns.

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Traurige Zauberer (Haus der Berliner Festspiele, 17.05.2017)
Eine stumme Komödie mit Musik
von Thom Luz
Regie und Text: Thom Luz
Bühne und Kostüme: Lisa Maline Busse
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Licht: Justus Matla
Dramaturgie: Malin Nagel
Mit: Ulrike Beerbaum, Leonhard Dering, Vincent Doddema, Antonia Labs, Denis Larisch, Graham F. Valentine
Uraufführung war am 21.05.2016 im Staatstheater Mainz
Dauer: 1h 40, keine Pause

Infos: http://www.staatstheater-mainz.com

Zuerst erschienen am 18.05.2017 auf Kultura-Extra.

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Die Vernichtung – Autorin Olga Bach und Regisseur Ersan Mondtag betreiben mit ihrer Stückentwicklung für das Konzerttheater Bern das Verschwinden des Schauspiels

Das 54. Berliner Theatertreffen endet, wie es begonnen hat – mit einem formschönen, theatralen Oberflächenreiz. Textlich sind sich die Tschechow-Überschreibung der Drei Schwestern von Regisseur Simon Stone und die Stückentwicklung Die Vernichtung von Autorin Olga Bach und Regisseur Ersan Mondtag für das Konzerttheater Bern sehr ähnlich. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich die jugendlichen Party-Hipster aus der Vernichtung zehn Jahre später immer noch über die Sinnlosigkeit ihres Daseins und zunehmend auch über ihre verpassten Chancen beschweren werden. Die Oberflächlichkeit der Gespräche ist Grundtenor in beiden Inszenierungen. Gravierender Unterschied ist die Ästhetik des Bühnenbilds und die Figurenzeichnung, die sich bei den Drei Schwestern noch relativ klar am klassischen Schauspiel orientieren, während sie sich bei der Vernichtung ästhetisch und darstellerisch vom Text lösen und weitestgehend eigene Wege gehen. Damit sind Stones Drei Schwestern noch eher anschlussfähig für die Verfechter des alten Literaturtheaters. Das brachte dem Australier zu Beginn viel Beifall und am Ende dem Baseler Schauspieler Michael Wächter den Alfred-Kerr-Darstellerpreis aus den Händen der Alleinjurorin und alten Schaubühnenikone Imogen Kogge.

 

Die Vernichtung am Konzert Theater Bern
Foto (c) Birgit Hupfeld

 

Dagegen hat das Berner Schauspielensemble relativ schlechte Karten. In den bunten Body-Painting-Anzügen, die an expressionistische Gemälde von Ernst-Ludwig Kirchner erinnern sollen, sind sie kaum voneinander zu unterscheiden. Oft sieht man nicht einmal, wer gerade durchs Mikroport spricht. Sie wirken austauschbar, sind exemplarische Typen, die in ihrer Überzeichnung für die Auswüchse der westlichen Konsumgesellschaft stehen. „Du bist halt ein Krisensymptom.“ sagt am Ende eine Figur zur anderen. Da hat man allerdings inhaltlich schon lange abgeschaltet, da einem der Text minutenlang nur noch als mit Technomusik unterlegter Soundteppich um die Ohren gehauen wurde.

Dass sich Regisseur Ersan Mondtag nicht in erster Linie für sprechtheaterbasiertes Schauspiel interessiert, ist seit seiner ersten Theatertreffen-Einladung letztes Jahr mit seinem selbstentwickelten stummen Stück Tyrannis bekannt. Der Text von Olga Bach bietet ihm wie schon Michel Decars Stück Schere Faust Papier dann scheinbar auch nur die Inspiration für ein choreografiertes Bildertheater, das sich genreübergreifend an Elementen der Bildenden Kunst wie Malerei und Installation orientiert. Eine momentane Modeerscheinung, der auch die mit Borderline Prozession und Traurige Zauberer ebenfalls eingeladenen Regisseure Kay Voges und Thom Luz frönen.

Überhaupt war das 54. Theatertreffen ein Jahrgang sehr verschiedener, stark ästhetischer Setzungen. Man wird sich daran gewöhnen, wie man es schon bei Herbert Fritschs experimentellen Arbeiten Murmel Murmel und Pfusch getan hat. Beide auch zum Theatertreffen eingeladen und kräftig umjubelt bzw. auch als Unsinn abgetan. Für letztere Inszenierung wurde Fritsch mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet, ein weiterer Beweis für die Avantgardestellung der alten Volksbühne, deren Chef Frank Castorf man in diesem Jahr beim Theatertreffen keinen roten Teppich mehr ausrollen wollte. Dafür bekam ganz am Rande Christoph Marthaler den Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost für seine Volksbühnen-Abschiedsinszenierung Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter, die man in der 10er-Auswahl des Theatertreffens schmerzlich vermisste.

 

Die Vernichtung am Konzert Theater Bern
Foto (c) Birgit Hupfeld

Doch zurück zu Ersan Mondtags Vernichtung. Mondtag rollt neben dem visuellen den bombastischen Soundteppich aus. Erst ist es Brahms‘ Ein deutsches Requiem, dann folgen Pop und Techno und schließlich wieder Klassik mit Beethovens 3. Sinfonie, zu der sich eine der Figuren aus seinem bemalten Ganzkörperoverall befreit und nackt durch die vom Regisseur designte Paradieslandschaft mit Adonis-Statue, Palmen und Wasserbecken tollt. Vorher diente er dem anderen Trio textlich als Projektionsfläche für den oder das Außenstehende, Verachtete oder Erniedrigte. Befreiung kann auch eine Art der Vernichtung sein. Überhaupt ist hier Freiheit eher ein Lehnwort für Langeweile und Überdruss. Das Trio frönt dem mit Alkohol und Drogen, gibt sich zynischem Hedonismus und Verschwörungstheorien hin. Ein Welpe wird als Sinnbild der eigenen Versklavung ausgelöscht. Man philosophiert über Todesstrafe und Orgasmen oder karikiert Therapie- und Meeting-Bla-Bla.

Dem schwarzmalerischen Klischee-Text setzt Mondtag eine perfekte Körperästhetik entgegen. Er lässt seine Darsteller aus einem erleuchteten Altarbild ins zunächst Finstere fallen und dann wie Aufziehpuppen ins scheinbare Idyll tappen. Sie vollziehen sportliche Übungen, laufen, wippen, schwingen und verknoten sich in allen möglichen Sexualstellungen. Dem fehlgeleitetem Aktionismus und der geistigen Degeneration der Protagonisten den Totalitarismus in Form des Körperkults entgegenzusetzen, leuchtet zwar zunächst ein, erschöpft sich aber auch auf Dauer in pubertärem Gehabe, das provozieren will, aber dabei zusehends erlahmt. Dem zuzusehen wird man schnell müde. Es kommt in den 75 Minuten Spieldauer auch nicht viel Neues hinzu. Dem Ganzen fehlt leider zunehmend die Dynamik, was im allgemeinen Chillout endet. Text und Inszenierung stochern ästhetisch im Symptom, finden aber zu keiner schlüssigen Haltung zum Gegenstand ihrer Kritik.

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Die Vernichtung (Haus der Berliner Festspiele, 21.05.2017)
von Ersan Mondtag und Olga Bach
Regie, Bühne und Kostüme: Ersan Mondtag
Text: Olga Bach
Mitarbeit Bühne und Kostüme: Paula Wellmann
Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy
Lichtgestaltung: Rainer Casper, Rolf Lehmann
Mit: Deleila Piasko, Jonas Grundner-Culemann, Lukas Hupfeld, Sebastian Schneider
Uraufführung war am 15.10.2016 im Konzert Theater Bern
Dauer: 1h 30, keine Pause

Info: http://www.konzerttheaterbern.ch

Zuerst erschienen am 22.05.2017 auf Kultura-Extra.

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Kleines und großes Welttheater – „Schere Faust Papier“ von Michel Decar am Thalia Theater Hamburg und „Fatrasien“ von Das Helmi am Berliner Ballhaus Ost

Mittwoch, Dezember 28th, 2016

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Die ganze Welt im Trichter – Ersan Mondtag inszeniert Schere Faust Papier von Michel Decar als spielerische Zivilisations-Farce mit Fellwesen auf Mondlandschaft

Michel Decar hat ein neues Stück geschrieben. Der Ort der Handlung ist ein Trichter. Da muss jede Menge durch: alle möglichen Bühnenbilder, sehr verschiedene Kostüme und Requisiten, dazu reichlich Personal aus der bewohnten Welt und der Geschichte der Menschheit.“ So versucht es jedenfalls die Website des Thalia Theaters zu erklären, an dessen Dependance in der Altonaer Gaußstraße das neue Stück des Autors am vergangenen Sonntag uraufgeführt wurde. Decar lässt darin eine nicht näher genannte Anzahl von Personen die Weltgeschichte aus Kriegen, Irrtümern, Sex, Mord und Totschlag nachspielen. Dazu werden Platons Höhlengleichnis, Stanley Kubricks Kultstreifen 2001: Odyssee im Weltraum und noch einige andere Filme, Ereignisse und Personen der Weltgeschichte bemüht. Frei nach dem Zitat von Karl Marx wiederholt sich für Decar die Geschichte aber nicht nur einmal als Tragödie und einmal als Farce, sondern 20fach als Tragikomödie, ZDF-Zweiteiler, als BBC-Miniserie, Telenovela, Eventmovie, Kriminalkomödie etc. etc.

Die Welt – oder ein fremder Planet – ist Trichter, Höhle oder einfach im Arsch. Ein Betonbunker zurückgebombt in die Steinzeit. „Da kommst du nicht raus, kannst machen was du willst, kannst dir ein Seil denken, kannst auf Gedanken kommen“, heißt es zu Beginn mehrmals. Nur ein leichtes Kratzen mit langem Vokal A glauben die Insassen immer wieder zu vernehmen. Aber nichts Bestimmtes, also macht man halt einfach weiter. Das scheint auf den ersten Blick etwas surreal und abstrus. Keine wirkliche Story – mehr eine verrückte Parabel oder eben eine Farce auf den unabänderlich scheinenden Lauf der Dinge. Und so verwundert es auch nicht, dass der Autor sein als Botenbericht, Mysterien- oder Satyrspiel mit einer Vielzahl von möglichen Bühnenbildern angekündigte Stück vom preisgekrönten Regie-Wunderkind Ersan Mondtag inszeniert haben wollte, der selbst für eine sehr offene, assoziative und zitatenreiche Spielführung bekannt ist.

 

Schere Faust Papier am Thalia Theater Hamburg
Foto (c) Armin Smailovic

 

 

Und Ersan Mondtag nimmt diesen Spielauftrag an. Er hat fünf Figuren – die Besetzung ist vom Autor als variabel angegeben – auf eine nicht näher definierte, klinische Mondlandschaft (Bühne: Paula Wellmann) mit kleinen Hügeln und Tälern gesetzt. Dort singen diese fünf an Bauch und Rücken bepelzten Wesen (Kostüme: Josa Marx) mit hellblauen Eierköpfen und langen Insektengliedmaßen zunächst im Dunklen zur Musik des Komponisten Max Andrzejewski den blauen Planeten Erde an. Fünf außerirdische Mondschafe, menschliche Mutanten oder was auch immer erzählen dann in einem rhythmischen Sing-Sang von ihrem Trichter, was sie hören oder sehen und was sich ihrer Meinung nach draußen abspielt, bis man sich selbst auf den Weg macht. Das lässt zunächst tatsächlich viel Raum für Assoziationen und Überlegungen, worum es sich da eigentlich handelt.

Bis man merkt, auf jeden Einschlag von draußen folgt ein Zeit- und Evolutionssprung in der Geschichte der Menschheit, die die fünf unter den Kostümen steckenden Thalia-SchauspielerInnen Marie Löcker, Thomas Niehaus, Cathérine Seifert, Oda Thormeyer und Tilo Werner nun in 90 recht kurzen Minuten durchlaufen. Ein zunächst recht witziger Exkurs von den Höhlen der Urmenschen über die Steppen mit Urrinderherden und den ersten Dörfern mit sesshaften Ackerbauern, aber auch eine Geschichte der Entwicklung der Zivilisation mit Gesetzen, Regeln und Religionen, des technischen Fortschritts und den Nebenwirkungen von Macht, Misstrauen, Gewalt und Kriegen.

 

Schere Faust Papier am Thalia Theater Hamburg
Fotos von der Premiere: St. B.

 

Das ist perfekt durchgestylt, soundtechnisch arrangiert und auf den Punkt hin inszeniert. Es wird ein bisschen rumgefickt, gemotzt, gemobbt und angebetet. Natürlich hat man das Ganze nach etwa 30 Minuten kapiert. Es ist alles ziemlich vorhersehbar. Und es wiederholt sich natürlich. Die menschähnlichen Urtierchen sitzen wie in einer Zeitschleife von immer höher technisierten Vernichtungsmaschinerien vom Dolch über den Panzer bis zum Krieg ohne Menschen. Wir sitzen mit im Trojanischen Pferd, durchlaufen das Zeitalter der Kreuzzüge, der Kolonisierung Amerikas mit der Sklaverei und der Französischen Revolution mit der blutigen Beseitigung aller Gegner. Wir hören von undeutschen Ohrläppchen, sibirischen Lagern, Schurkenstaaten und kommen irgendwann auch beim Vietnamkrieg, 68er-Pazifismus und K-Gruppengequatsche über Begrifflichkeiten sowie UN-Friedenseinsätzen an. Schuld an den vielen Toten im Vorrübergehen sind natürlich immer die anderen – oder Ausreden wie die, dass man mit dem Rauchen aufgehört hätte.

Am Ende will man irgendwelche Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, hat alles zu verhindern versucht und selbst immer nur Befehle ausgeführt. Die üblichen, unschuldigen Litaneien, die niemandem wirklich wehtun. Das es anders und durchaus auch ernst gemeint ist, ist natürlich auch klar. Nur fehlen eben auch ganz konkrete Bezüge, und das Stück besitzt in seiner durchweg ironischen Haltung, albernen Sprache und philosophischen Dürftigkeit fast schon Sesamstraßenniveau. Es fehlt nur noch ein netter Erklärbär, den uns die Regie dann doch erspart, aber nicht die Erkenntnis, das Marx nur auf ein Zitat reduziert auf einen ganzen Abend bezogen auch ziemlicher Murx sein kann.

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Schere Faust Papier (UA) – Thalia in der Gaußstraße, 18.12.2016
von Michel Decar
Regie: Ersan Mondtag
Musik-Komposition: Max Andrzejewski
Sounddesign: Florian Mönks
Bühne: Paula Wellmann
Kostüme: Josa Marx
Dramaturgie: Matthias Günther
Mit: Marie Löcker, Thomas Niehaus, Cathérine Seifert, Oda Thormeyer, Tilo Werner
Dauer: ca. 90 Minuten, keine Pause
Premiere war am 18.12.2016 im Thalia in der Gaußstraße
05., 21., 22.01. / 08.02.2017

Info: https://www.thalia-theater.de/

Zuerst erschienen am 20.12.2016 auf Kultura-Extra.

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Mit dem Licht die Welt zeichnen – Das Helmi zeigt Fatrasien. Ein Unsinnswelttheater in sieben Akten am Ballhaus Ost

(c) Ballhaus Ost

In ihrer neuen Produktion Fatrasien. Ein Unsinnswelttheater in sieben Akten begeben sich die kultigen Schaumstoffhelden von Das Helmi auf große Weltreise. Mit dem deutschen Filmemacher Wim Wenders und dem brasilianische Coffee-Table-Book-Fotograf Sebastiao Salgado einmal Nordpol-Südsee und zurück. Es geht um den preisgekrönten Dokumentarfilm Das Salz der Erde, den Regisseur Wenders 2014 über den solzialdokumentarisch arbeitenden Fotografen Salgado mit seinen perfekten, fast sakralen Schwarz-Weiß-Bildern von Landschaften, Tieren und Menschen gedreht hat.

Das steht natürlich in totalem Kontrast zu den flippigen, eben ganz bewusst nicht perfekten Puppenwesen aus Schaumstoffresten, die Das Helmi seit Jahren für ihre Inszenierungen baut. Und so ist das auch nicht in erster Linie eine Hommage an die Perfektion eines Wim Wenders, der seinem Idol Sebastiao Salgado beim Erklären seiner Arbeiten über die Schulter schaut, sondern eher ein liebevoll ironischer Blick in die Hinterhof-Werkstatt der Prenzlberger Kleinkunstenthusiasten vom Ballhaus Ost mit ihrem verrückten Vierspartentheater aus Puppen, Schauspiel, Tanz und Musik.

 

Fatrasien von das Helmi im Ballhaus Ost
Foto (C) Brian Morrow

 

Nach einem rockigen Tai-Chi-Kurs zweier Pferdeflüsterer zwischen einer ganzen Herde von Schaumstofrössern mit der magischen Geburt eines Fohlens treffen sich die beiden Weltreisenden bei einem schrägen Künstlerfrühstück bei Familie Salgado, wo noch der Sohn Juliano aufgegabelt wird. Wim Wenders im Trenchcoat (dargestellt von der Schauspielerin Janet Rothe) begibt sich dann zu auf einen kleinen Zwischenbesuch bei Pablo Picasso nach Paris. Der Meister (als Schaumstoffpuppe in seinem berühmten Matrosenshirt) sitzt zwischen seinen singenden Malpinseln und lädt den deutschen Filmemacher zu einem Disput über Malerei, Fotografie und Theater. Auf einer Schaumstoff-Leinwand tummeln sich bekannte Picasso-Motive mit den typischen mehrperspektivischen Gesichtern oder afrikanischen Masken, die der weltberühmte Maler hin und her scheucht, nebst Stierkampfeinlage.

Vater Salgado und Sohn treffen wir dann wieder im arktischen Eis beim Pinguinebeobachten und einem kleinen Gespräch über modernes Heldentum, während Wim Wenders lauthals die große Stille preist. Herrlich sind auch der Chor der Blues singenden Schaumstoff-Seelelefanten, Josephine Baker im Bananenröckchen, ein asiatischer Lichtertanz und vieles mehr. Sogar dem Wenders-Kumpel Peter Handke wird ein Ständchen dargebracht. Dem Einfallsreichtum der Puppenmacher sind hier keine Grenzen gesetzt. Schmal und kerzengrade wie Giacometti-Skulpturen stehen die Südsee-Ureinwohner und geben den beiden Kunstreisenden Nachhilfe in Soziologie und Familienplanung.

Mit viel Witz und Ironie zerstören die Helmis hier das Pathos der beiden Großkünstler, nicht ohne sich selbst am Ende ein wenig zu glorifizieren. Ganz zu recht natürlich. Ihre verrückte Fantasiewelt Fatrasien ist ein Muss für alle Helmi-Fans und die, die es noch werden wollen.

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Fatrasien. Ein Unsinnswelttheater in sieben Akten (Ballhaus Ost, 22.12.2016)
Von und mit das HELMI
Installation, Skulpturen, Performance, Komposition, Tanz: Okka Hungerbühler, Felix Loycke, Florian Loycke, Brian Morrow, Johanna Olausson, Janet Rothe, Dasniya Sommer, Emir Tebatebai
Technik, Bühne, Ideen: Burkhart Ellinghaus
Künstlerische Mitarbeit: Marcel Bugiel, Cora Frost
Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro.
Eine Produktion von und mit Das Helmi in Ko-Produktion mit dem Ballhaus Ost
Premiere war am 15. Dezember 2016 am Ballhaus Ost Berlin
Weitere Vorstellungen: 03., 04., 05.02.2017

Infos: http://www.ballhausost.de/produktionen/fatrasien/

Zuerst erschienen am 22.12.2016 auf Kultura-Extra.

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