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Zum Start der neuen Spielzeit in Berlin. Eine Rückschau und ein Ausblick auf Vergangenes und Künftiges an den fünf Stadttheatern der Hauptstadt. Teil 4 und Schluss: Das Maxim Gorki Theater

Mittwoch, September 10th, 2014

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Zum Schluss der kleinen Spielzeitrückschau inklusive Ausblick auf Neues an den fünf Stadttheatern Berlins gibt es dann noch etwas Positives zu berichten. Groß dürfte die Freude schon seit Tagen am Maxim Gorki Theater sein, dem kleinen immer unterschätzten Haus am Festungsgraben in Berlins schönster Mitte. Das unter der neuen Intendanz von Shermin Langhoff mit dem Anspruch eines interkulturellen Theaters mit multiethnischem Ensemble in die Spielzeit 2013/14 gestartete kleinste Stadttheater Berlins ist nun nicht nur beim Fachblatt Deutsche Bühne, sondern auch bei der höher bewerteten Kritikerwahl in der Zeitschrift Theater heute zum Theater des Jahres gekürt worden.

Maxim Gorki Theater Berlin - Foto: St. B.

Maxim Gorki Theater BerlinFoto: St. B.

Hinzu kommt die Wahl von Sibylle Bergs Es sagt mir nichts das sogenannte Draußen zum Stück des Jahres. Eine in ironischem Grundton verfasste Beschreibung einer verstörten, orientierungslosen Jugend, die sich wütend am Bild der vorherrschenden Konsumgesellschaft, des Körperkults und der Popkultur abarbeitet. Durchaus auch zu verstehen als ein „Wüten der Affekte“ (wie es Hans-Thies Lehmann in seiner Theorie der Tragödie nennt), an den Auswirkungen der neoliberalen Gesellschaft. Das sagt so Einiges und Einigen doch weiterhin nicht viel. Wenn man so will, im Titel auch eine symptomatische Beschreibung für die momentane Verfasstheit der deutschen Stadttheaterlandschaft insgesamt.

Was zum Beginn der letzten Spielzeit noch kaum jemand wirklich für möglich hielt, ist nun Dank eines in weiten Teilen überzeugend umgesetzten Konzepts anerkannte Realität geworden und hoffentlich auch bald allgemeine Normalität. Das ureigenste Interesse einer gewachsenen, sich im stetigen Wandel befindlichen Gesellschaft an einem Theater, das die Lebenswirklichkeit aller Bereiche der Gesellschaft auch bis in den kleinsten Winkel des Theaters hinein abbildet. Dieses noch vorherrschende Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich das neue Maxim Gorki Theater nun erfolgreich etabliert hat, gilt es aber nicht einfach nur zur neuen Marke zu stilisieren oder gar auf Dauer zu konservieren, sondern stetig weiterzuentwickeln, als echte Reibungsfläche zur bürgerlich normierten Gesellschaft, deren Werte in Frage stellend, gleichzeitig verstörend und aufklärend wirksam.

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Nach durchwachsenem Start mit dem Kirschgarten in der Regie von Nurkan Erpulat, der Tschechows tragikomischen Figuren ein zu starres Korsett interkultureller Differenz überstülpte, haben sich letztendlich Mut und Durchhaltevermögen ausgezahlt. Man hat viele neue Baustellen aufgemacht und einige aktuelle Themenfelder beackert. Falk Richter zeigte in seinem Projekt Small Town Boy die Lebenswirklichkeit von Schwulen und Lesben in Deutschland und Yael Ronen führte in Common Ground die Kinder ehemaliger Feinde des Jugoslawienkriegs zusammen, um nur zwei der starken Uraufführungen und Stückentwicklungen am Maxim Gorki Theater zu nennen. Da verschmerzt man schon mal Ausfälle wie Lucas Langhoffs ärgerliche Inszenierung der Übergangsgesellschaft von Volker Braun oder das völlig überambitionierte Woyzeck III-Projekt von Mirko Borscht.

Studio Я - Foto: St. B.

Studio ЯFoto: St. B.

Auch das Gorki Studio, jetzt kurz Studio Я genannt, hat unter der Leitung von Marianna Salzmann Akzente gesetzt und ein eigenes Profil entwickelt. Hoch in der Gunst des Publikums standen z.B. Hakan Savaş Micans Inszenierung von Marianna Salzmanns Schwimmen lernen. Ein Lovesong oder die Stagediving-Abende wie RAUŞ – NEUE DEUTSCHE STÜCKE. Eines dieser jungen Stückentwicklungen mitten aus dem Herzen der diversen Gesellschaft kommt nun auch vollends zur Aufführung. Zöpfe (Arbeitstitel) von Marianna Salzmann hat am 13. Dezember Premiere. Man hofft da auf weitere Uraufführung im Laufe der Spielzeit.

Das Erreichte ist nicht nur Ausdruck der guten Strategie der Leitung des Hauses, von Regie und Dramaturgie, sondern vor allem auch Verdienst eines großartig motivierten, spielfreudigen Ensembles, das sich hier gefunden hat. Dazu passt auch wunderbar, dass einer der neuen Publikumslieblinge am Maxim Gorki Theater, der unglaublich vielseitige Dimitrij Schad, in der Jahresumfrage von Theater heute zum Nachwuchsschauspieler des Jahres gewählt wurde. Man darf hier auf Neues gespannt sein.

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Der Start der neuen Spielzeit wird an einem ganzen Wochenende mit drei Premieren begangen. Den Anfang macht am 12. September Sebastian Nübling mit FALLEN, einem Tanztheaterprojekt zusammen mit dem belgischen Choreographen Ives Thuwis. Auf einer Bühne aus 70 Tonnen Sand vor dem Maxim Gorki Theater befragen 10 junge Darsteller Formen von Gewalt im öffentlichen Raum. Wieder eine Koproduktion mit dem Jungen Theater Basel. Einen Tag später wird Hausregisseurin Yael Ronen in Erotic Crisis mit ihrem Ensemble Grenzen von Liebe, Beziehungen und verschiedensten Formen der Sexualität in der Großstadt Berlin ausloten. Als Zugabe gibt es dann am Sonntag im Studio Я mit Theater ist endlich ist Theater noch einen Abend Kurzgeschriebenes, das erst einen Tag vorher gemeinsam erarbeitet wurde.

Auch Nurkan Erpulat wird im November wieder eine neue Inszenierung vorlegen. Er hat sich die bitterböse Farce Seid nett zu Mr. Sloane des britischen Dramatikers Joe Orton ausgesucht. Ob sich diese etwas außergewöhnliche Ménage-à-trois mit einer Art umgekehrtem Tartuffe unter interkulturellen Vorzeichen nacherzählen lässt, wird sich zeigen. Es geht jedenfalls um Doppelleben und Scheinmoral der ach so normalen Kleinbürger, ein ewiges Thema auch außerhalb des sogenannten postmigrantischen Theaters. Da tritt dann also schon so etwas wie Normalität ein, wenn sich Erpulat nun um die allgemeine Moralkritik kümmert, auch wenn die Stückauswahl dazu etwas schräg erscheint. Fakt ist, Orton ist kein Unbekannter in der hiesigen Theaterszene. René Pollesch hat ihn übersetzt, Komödienspezialist Herbert Fritsch dessen Stück Beute 2009 in Oberhausen aufgeführt. Die Kritiker von Ortons Erstling Seid nett zu Mr. Sloane aus dem Jahr 1964 bescheinigtem dem Stück jedenfalls eine „Komik des Perversen“, was auch immer damit gemeint ist.

Maxim Gorki Theater Berlin - Foto: St. B.

Maxim Gorki Theater Berlin – Foto: St. B.

Mit Sicherheit nicht komisch gemeint ist Heiner Müllers Bearbeitung des russischen Revolutionsromans Zement von Fjodor Gladkow. Fleißigen Theatergängern dürfte noch Dimiter Gotscheffs Inszenierung vom Residenztheater München in Erinnerung sein, die im Mai das Theatertreffen in Berlin eröffnete. Regisseur Sebastian Baumgarten, seit Langem mal wieder zu Gast am Maxim Gorki Theater, wird sich jedenfalls im Januar 2015mit seiner Arbeit an der des großen, jüngst verstorbenen Kollegen messen lassen müssen. Eine weitere Inszenierung von Sebastian Nübling wird es bereits im Oktober geben. Nübling wagt sich dann an Hebbels Nibelungenstoff. Mit Der Untergang der Nibelungen – The Beauty Of Revenge erforscht der Regisseur „die dunkle menschliche Lust, unaufhaltsam in die Katastrophe zu rasen“, wie man in der Ankündigung lesen kann.

Was das nächste Jahr sonst noch bringen wird, steht sicher nicht mehr nur in den Sternen, sondern harrt hoffentlich schon seiner Realisation. Auf jeden Fall bleibt es spannend. Liebe, Lust und Sexualität einerseits sowie Gewalt, Rache, Ideologie und Doppelmoral andererseits. Alles in allem eine Menge an wichtigen aber auch unbequemen Stoffen, denen sich das Maxim Gorki Theater in der neuen Spielzeit widmen wird. Und auch über neue Regiearbeiten von Hakan Savaş Mican würde man sich freuen. Mit seiner Inszenierung des Fassbinder-Klassikers Angst essen Seele auf gab er der letzten Spielzeit einen hoffnungsvoll versöhnlichen Abschluss. Trotz all der im Stück so treffend dargestellten und karikierten Ausländerfeindlichkeit, die vieler Orten noch gängige Praxis ist, kann es nur gemeinsam weiter gehen, auch im Theater. Ob nun mit Drama, Romanadaption, Komödie oder Tragödie, spielt dabei kaum eine Rolle.

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„Heimat, das ist nicht nur dort, woher wir kommen, sondern auch, wohin wir gehen.“ Helmut Schödel, Dramaturg, Regisseur und Theaterkritiker. Quelle: DIE ZEIT, 31.8.1990, Nr. 36

Infos zur neuen Spielzeit im MGT: http://www.gorki.de/spielplan/premiere-2014-2015/ 

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„Die Übergangsgesellschaft“ und „Vor den Vätern sterben die Söhne“ – Zwei Texte aus der DDR-Wirklichkeit an Theatern in Berlin und Dessau

Montag, Dezember 23rd, 2013

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Die Übergangsgesellschaft von Volker Braun in einer Spielfassung von Lukas Langhoff und Holger Kuhla am Maxim Gorki Theater Berlin

„Unsere Arbeit ist die Zerstörung. Ich würde auch lieber aus Lehm Menschen formen, aber nach wessen Bilde? Ich bin Abrißarbeiter. Krieg den Palästen.“ (Paul Anton, Schriftsteller)

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Die Übergangsgesellschaft im GOЯKI - Foto (C) Esra Rotthoff

Foto (C) Esra Rotthoff

Ein Zitat aus Volker Brauns 1982 geschriebenem Stück Die Übergangsgesellschaft, das 1988 in der Regie von Thomas Langhoff am Maxim Gorki Theater gefeiert wurde. Es kommt in der von Sohn Lukas Langhoff gemeinsam mit dem Dramaturgen Holger Kuhla erarbeiteten Stückfassung nicht vor. Langhoff jun. nimmt es jedoch als ziemlich präzise Regieanweisung. Schriftsteller Paul Anton – in Anspielung an Tschechows Vor- und Vatersnamen – (Taner Şahintürk) reißt hier aber keine Paläste ein, er zerfetzt lediglich zwei vorher präparierte Theaterstühle und liefert sich dabei ein heftiges Wortgefecht mit Walter Höchst (Till Wonka), Betriebsleiter und Sohn des Hauses, um Privat- und Volkseigentum. Langhoff führt Brauns „realsozialistische Passion“, die an Anton Tschechows Stillstands- und Wartedrama Drei Schwestern angelehnt ist, im leeren Zuschauersaal des Gorki auf, während das Publikum oben auf der Bühne platziert wird.

Empfangen wird der Zuschauer aber zunächst mit wummernder Technomusik. Auf dem Balkon des Rangs steht Volkan T. und erinnert an die fiktive DJ-Legende DJ Overground, indem er dessen Schaffen als eine immer gleiche Elektronikbeatschleife präsentiert. Wohl ein Hinweis darauf, dass sich auch Geschichte in einer Endlosschleife wiederholt. Unterbrochen wird er schließlich durch eine Schar Besucher, die mit einem Schild Gorki-Tours 91″ den Saal betreten haben. Wir befinden uns also nach der sogenannten Wende, der Übergang hat demnach bereits stattgefunden. Man besichtigt vergangene Theaterkunst, Bedeutendes, das der Malsaal hier auf der Bühne zurückgelassen hat. Sozialistischer Realismus, Expressionismus oder Abstrakte Kunst, darüber wird man sich allerdings nicht einig. Das diskutierte Bild stellen natürlich wir, die Zuschauer, dar. Die Statisten, die üblicherweise im Saal sitzen und vor denen sonst das Schauspiel der Darsteller und Statisten auf der Bühne stattfindet. So hat es Volker Braun in seinen Arbeitsnotizen zur Übergangsgesellschaft vermerkt. Lukas Langhoff nimmt das als Gag in seiner Inszenierung wieder auf und dreht die Ausgangssituation einfach um.

Das Maxim Gorki Theater Berlin - Foto: St. B.

Das Maxim Gorki Theater Berlin – Foto: St. B.

Wie aus einer längst vergessen Zeit sitzen weiß gewickelte Mumien in den Theatersesseln. Langhoff zitiert damit die Eingangsszene von Volker Brauns Stücks, in der die Protagonisten von Tschechows Drei Schwestern unter Gaze auf der Gartenterrasse sitzen. Langhoffs Schauspieler setzen sich nun neben sie und lassen einer nach dem anderen die Luft aus ihnen heraus. Leider lässt Langhoff im Folgenden auch aus dem eigentlichen Stück nach und nach die Luft ab. Übrig bleiben einige wenige Satzhülsen, die er mit reichlich Slapstick und Klamotte aufpeppt. Dass Langhoff die Übergangsgesellschaft vom Blatt spielen würde, war von vornherein nicht zu vermuten. Dass er aber das Spiel ganz und gar verweigert, überrascht dann doch.

Brauns radikale Wirklichkeitskritik des real existieren Sozialismus in seiner Erstarrung erstarrt bei Langhoff zur provokanten Pose der Postdramatik. Da werden noch eine Heizungsverkleidung zerstört und Schauspielerin Mette (Marleen Lohse), die bei Braun noch den Ausbruch wagt, scheitert hier beim Zerschlagen der Eingangstür des Saals. Sie kommt nicht durch das Loch hindurch und steht nun mit Faltenmaske als alternde tragische Figur wieder vor uns. Sie muss sich von den Männern als Schlampe und schlechte Schauspielerin beschimpfen lassen. Die Männerriege trinkt Bier, erzählt Witze und ergeht sich in unendlichen Labereien unter einer großen aufblasbaren Leberzirrhose. Schon bei Braun eine Blase von Opportunisten und Schönrednern, geraten sie hier vollends zu Schaumschlägern. Der Spanienkämpfer Wilhelm Höchst (Falilou Seck), ein senil brabbelnder Alter; sein Neffe Walter, ein gelackter Wendehals; der Schriftsteller Anton, eine verhinderte Künstlerpose; Dr. Bobanz (Simon Brusis), ein schwätzender Popanz par excellence und Fahrer Franz (Sebastian Brandes), ein sachsen-anhaltinischer Ost-Prolet und Frauenanbaggerer (Frau in Not“) mit blonder Rotzbremse.

Berliner Herbstsalon des MGT - Foto: St. B.

Berliner Herbstsalon des MGT –  Foto: St. B.

Die Frauen stellen ihnen da nicht wirklich eine Alternative entgegen. Alternativlosigkeit, ein Diktum unserer heutigen Gesellschaft, hier wird sie vorgeführt. Die drei Schwestern (Mareike Beykirch, Elizabeth Blonzen und Sesede Terziyan) haben zwar ihre Auftritte, aber nicht wirklich das Sagen. Die Frage nach Olgas verschwundenem Kollegen Frank wird zum Runnig Gag. Ihre Frage erstarrt zum Schrei. Lukas Langhoff hat sich bereits komödiantisch mit der DDR und dem Kapitalismus auseinandergesetzt. In Dessau inszenierte er den Turm von Uwe Tellkamp als 90minütige Kabarettnummer, und in Potsdam ließ er Elfriede Jelineks Kontrakte des Kaufmanns in Affenkostümen aufführen. Endlich in Berlin angelangt, verpasst er allerdings die Gelegenheit beide Systeme kritisch zusammenzuführen.

Die Idee, das als gescheiterten Auftrag des Bilderbürgertheaters abzubilden, ist an sich ja nicht verkehrt. Ist der Schauspieler per se ein guter Mensch, wenn er ihn auf der Bühne darstellt? Das Ensemble quittiert Bobanz‘ naive Aussage mit Gelächter. Das Theater als verschlossenen Tempel einzureißen ist das Gorki angetreten. Von der Sehnsucht der Menschen nach einer Ideologie oder einem Gott, der ihre Probleme löst, berichtet Tamer Arslan als Erscheinung im weißen Cowboyoutfit in einer Parabel vom Volk der Esel. Das Haus brennt hier zum Ende hin nicht ab. Die Übergangsgesellschaft verkriecht sich wieder unter ihre Gazehüllen. Der Tabubruch bleibt aus und Langhoffs vermeintliches Sakrileg ohne Folgen. Wie tickt der neue Mensch? Das wird die Frage bleiben. Und das neue Gorki wird hoffentlich Lukas Langhoffs Inszenierung nicht zum Programm erklären.

Zuerst erschienen am 22.12.13 auf Kultura-Extra

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Vor den Vätern sterben die Söhne von Thomas Brasch – Der Sieger der Wunschstück-Wahl hatte am Alten Theater Dessau Premiere.

Das Anhaltisches Theater Dessau - Foto: St. B.

Das Anhaltische Theater Dessau – Foto: St. B.

Neben dem legendären Bauhaus ist das Anhaltische Theater Dessau das zweite kulturelle Standbein der neben Halle und Magdeburg drittgrößten Stadt in Sachsen-Anhalt. Aber während am Bauhaus gerade in einer sehr interessant gestalteten Ausstellung das Totaltheater des Bauhausgründers Walter Gropius wieder aufersteht, scheinen am monumentalen Vierspartenhaus am Friedensplatz langsam die Lichter auszugehen. Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat beschlossen, die Zuschüsse für das Anhaltische Theater Dessau von acht auf fünf Millionen Euro zu kürzen. Das Geld würde so nur noch für die Sparte Oper reichen. Die fehlenden drei Millionen sind allerdings selbst mit der Schließung der Sparten Ballett, Schau- und Puppenspiel auf Dauer nicht zu kompensieren. Kultusminister und Haupt-Kahlschläger Stephan Dorgerloh gibt sich weiterhin uneinsichtig, und ist somit für die um den Erhalt ihres Theaters kämpfenden Dessauer mittlerweile zum Buhmann des Jahres geworden. Es ist der Stadt und seinem Theater zu wünschen, dass diese schlechte Farce noch zu einem guten Ende kommt.

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Das Altes Theater Dessau - Foto: St. B.

Das Altes Theater Dessau – Foto: St. B.

Dass kollektives Wünschen noch zu einem Ziel führen kann, zeigte das Theater Dessau nun mit seiner ganz speziellen Wunschstückwahl. Mittenhinein in den Kampf ums Theater kam am letzten Samstag der Sieger Vor den Vätern sterben die Söhne von Thomas Brasch zur Premiere. Man wollte es besser machen, als das Thalia in Hamburg. Daher verordnete das Anhaltischen Theater Dessau Demokratie in Maßen, und gab drei Stücke zur Wahl vor. Braschs Prosaminiaturen aus der sozialistischen Produktion setzten sich dabei gegen Einar Schleefs Totentrompeten, einem vierteiligen Abgesang dreier Damen auf die alte DDR, und Fritz Katers Stück 3 von 5 Millionen, einer Geschichts-Farce über drei Arbeitslose von den 1920er Jahren bis in die Nachwende-Ära. Auch Thomas Brasch stellte in seinem 1977 nach der Ausreise aus der DDR erschienen Buch den werktätigen Menschen in den Mittelpunkt. Nur nicht so, wie es sich die DDR-Oberen in ihren festgelegten Normen gesellschaftlichen Lebens vorstellten, sondern als entmenschlichtes Wesen zwischen Maschinen, der Norm und eigenen Vorstellungen vom Leben gefangen.

Mensch-Raum-Maschine im Bauhaus Dessau - Foto: St. B.

Mensch-Raum-Maschine im Bauhaus Dessau
Foto: St. B.

Mensch – Raum – Maschine heißt auch die Ausstellung über die Bühnenexperimente des Dessauer Bauhaus‘. Wie dem ostdeutschen Arbeiter- und Bauernstaat ging es schon den Bauhäuslern um den Entwurf eines neuen idealen Menschenbilds. Oskar Schlemmer charakterisierte es, die innere Zerrissenheit des modernen Menschen aufgehoben, als einen harmonischen Verbund von Geist und Materie, Mensch und Maschine. Nur konnte man in der DDR zwar viel mit Gemeinschaft, aber weniger mit harmonischer Metaphysik anfangen. Drei dieser Vertreter der damaligen DDR-Arbeiterklasse stellt Regisseur David Ortmann nun auf die Bühne im Foyer des Alten Theaters, der kleineren Dessauer Nebenspielstätte. Und gleich zu Beginn übertönt höllischer Maschinenlärm, der im Folgenden auch noch durch zwei Windmaschinen verstärkt wird, die Schreie der drei Dreher beim gemeinsamen Einrichten der Bühne (Jan Steiger). Es knallt und schallt durchs offene Treppenhaus, wie in einer Werkhalle. Man kann das Eisen, von dem Brasch in seinem Text spricht, regelrecht durch die Luft fliegen hören.

Dann sitzen die drei auf Stühlen, essen, rauchen und erzählen sich wie in der Betriebskantine ihre Geschichten aus der Produktion. Es geht darin u.a. um die Dreher Grabow, Ramtur und Fastnacht, dem gescheiterten Neuerer wider Willen, der selbst noch im Selbstmordversuch vom übermächtig fordernden Geist MARXENGELS verfolgt wird. Hier stellen zwei im Duett sprechende Darsteller das Denkmal am Marx-Engels-Forum in Berlin nach. Für einige Belustigung sorgen die nachgelassenen Briefe, des nach einem Arbeitsunfall im Krankenhaus sterbenden Ramtur, einst eulenspiegelnd aufmüpfig an den Betriebsdirektor geschrieben. Die Jungen hören den Alten und ihren immer gleichen Geschichten von Spanienkrieg, KZ und dem Aufbau des Sozialismus nicht mehr zu. Sie sehen beim Blick aus dem Fenster nur einen Riesenknast mit Grünanlagen. Das war in den 1960er Jahren, als man noch für eine kurze Zeit des Tauwetters auf der Spur der Steine war, wie ein wenig später im Giftschrank der DDR-Kulturpolitik verschwundener DEFA-Film verhieß.

Die drei Darsteller berichten darüber wie aus einer längst vergangenen Zeit, die heute nur noch den Stoff für ein lustiges, sozialistisches Arbeiterkabarett zu liefern scheint. Und das ist dann auch das Problem des Inszenierenden und der Spielenden, die voller Enthusiasmus etwas erzählen, was sie natürlich nicht selbst erlebt haben und eigentlich auch nicht zwingend müssten, um es mit den Mitteln des Theaters wiedergeben zu können. Brasch schrieb seine Geschichten aus der eigenen Erfahrung heraus. Zerrissen zwischen Affirmation und Auflehnung, mit einer Wut, gleich einem eingeschlossenen, verkehrt liegenden Wolf im Bauch, den man nicht herausoperieren kann. Der Autor beschreibt es auch mit dem mythologischen Bild des geschundenen  Marsyas, der sich, dem geforderten Spiel verweigernd, lieber die Haut vom Leibe ziehen lässt, als nach den Regeln der Herrschenden zu spielen. Diese Passagen sind in der Spielfassung gestrichen.

Dirk S. Greis, Patrick Rupar und Patrick Wudtke – Foto (C) Claudia Heysel

Die Dessauer Textarbeiter Dirk S. Greis, Patrick Rupar und Patrick Wudtke – Foto (C) Claudia Heysel

Zentraler Kern der Geschichten ist mit Sicherheit die von Robert, der in den Westen will, und seiner kurzen Freundschaft zu einem der Dreher. Sie muss sich hier, etwas aus dem Gefüge des Buches gerissen, dem Erzählstil der Inszenierung anpassen. In ihr spiegelt sich der stetige Widerspruch der Intelligenz gegenüber die Klasse der Werktätigen. Das „I can get now satisfaction“-Gefühl von Robert gegen den Zwang und das eintönige Leben in der Produktion. Zusammen erleben sie gemeinsam mit Sophie einen fast unbeschwerten Sommer an der Ostsee. Regisseur Ortmann nimmt alles für eine Große-Jungs-Geschichte, was sie in Teilen ja auch ist, natürlich mit dem vorhersehbar bösen Ausgang. Robert stirbt bei der Republikflucht, was der Freund erst spät in den Verhören mit dem Stasi-Mann erfährt.

Der Konstellation mit den drei männlichen Protagonisten werden leider auch die nicht unwesentlichen Frauenfiguren Sophie, Rita und Christiane geopfert. Wenn Fastnacht zwischen seiner Frau und der schwangeren Lehrgangs-Bekanntschaft Christiane hin und her gerissen wird, spielen die Männer eine lustige Travestienummer und wirbeln den armen Gequälten ordentlich durcheinander. Aber immer dann, wenn sich die Darsteller vom Erzählmodus lösen und zu spielen beginnen, erreicht die Inszenierung auch den Sound der Vorlage. Da wird z.B. eine rasante Motorradfahrt der Protagonisten auf einem Stuhl getrommelt, wie „im Rhythmus des Bebop: sanft und kräftig.“ Den drei Schauspielern Dirk S. Greis, Patrick Rupar und Patrick Wudtke, die in wechselnden Rollen agieren, ist es zu danken, dass der Abend in weiten Teilen doch beim Publikum ankommt. Der Regie hätte man etwas mehr Gespür für den Stoff gewünscht. Da steckt noch so einiges an dramatischem Potential in der vermeintlich unspielbaren Vorlage.

Zuerst erschienen am 16.12.13 auf Kultura-Extra

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DIE ÜBERGANGSGESELLSCHAFT
(Maxim Gorki Theater, 19.12.2013)
Regie + Bühne: Lukas Langhoff
Mitarbeit Bühne: Justus Saretz
Kostüme: Ines Burisch
Musik: Volkan T.
Dramaturgie: Holger Kuhla
Mit: Tamer Arslan, Mareike Beykirch, Elizabeth Blonzen, Sebastian Brandes, Simon Brusis, Marleen Lohse, Taner Şahintürk, Falilou Seck, Sesede Terziyan und Till Wonka
Premiere war am 14. Dezember 2013
Weitere Termine: 28. 12. 2013 / 8., 25., 26. + 31. 1. 2014

weitere Infos: http://www.gorki.de/spielplan/die-uebergangsgesellschaft/

VOR DEN VÄTERN STERBEN DIE SÖHNE
nach dem Erzählband von Thomas Brasch
(Altes Theater, Foyer, 14.12.2013)
Inszenierung: David Ortmann
Dramaturgie: Sabeth Braun
Mit: Dirk Greis, Patrick Rupar und Patrick Wudtke
Premiere war am 14. Dezember 2013
Weitere Termine: 24. 1. 2014, 26.02.14

Weitere Infos siehe auch: http://www.anhaltisches-theater.de

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Ein sanfter Schuss im Haus der Berliner Festspiele und ein mächtiger Paukenschlag in der Berliner Theaterlandschaft – Mit Martin Wuttke als „Platonov“ endet das Theatertreffen 2012 und mit Shermin Langhoff als neue Intendantin am Maxim Gorki Theater beginnt der postmigrantische Alltag im deutschen Stadttheater

Dienstag, Mai 29th, 2012

Foto: St. B. theatertreffen-2012.jpg

Der letzte Schuss des Berliner Theatertreffens 2012 hatte sich am vergangenen Montag im Saal des Festspielhauses an der Schaperstraße noch nicht gelöst, da schlug schon eine unglaubliche Nachricht wie eine Bombe bei den Theaterinteressierten ein. Bereits am Nachmittag war das von der Berliner Kulturpolitik lang gehütete Geheimnis über die Neubesetzung des Intendantenpostens des Maxim Gorki Theaters mit einem großen Paukenschlag gelüftet worden. Die eigentlich ab 2014 von den Wiener Festwochen als Doppelspitze zusammen mit Markus Hinterhäuser engagierte Shermin Langhoff wird nun im Doppelpack mit dem Dramaturgen Jens Hillje, der bereits mit Nurkan Erpulat an Langhoffs Ballhaus Naunynstraße zusammengearbeitet hatte und mit „Verrücktes Blut“ zum Theatertreffen 2011 eingeladen war, ab der Spielzeit 2013/14 das Haus am Berliner Festungsgraben leiten. Wow, das hatte gesessen, denn damit dürfte wohl kaum jemand wirklich gerechnet haben. Doch bevor sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer in der Berliner Presselandschaft verbreiten würde, galt es noch fünf Stunden Tschechow vom Akademietheater der Wiener Burg abzusitzen. Der lettische Regisseur Alvis Hermanis hatte mit dessen radikalem Frühwerk „Platonov“ vor ca. einem Jahr seine naturalistische Phase eingeläutet und sich dafür von der Kritik nicht nur Nettigkeiten anhören müssen. Von Publikumsfolter, Verbrechen und Langeweile war gar die Rede. Andere waren von Hermanis „Hyperrealismus“ geradezu begeistert und bescheinigten der Inszenierung trotz ihres konsequenten Traditionalismus sogar eine gewisse Modernität. Da in diesem Jahr Ambivalenz der Theatertreffen-Jury fast schon als sicherstes Auswahlkriterium galt, passte die Inszenierung natürlich bestens ins Programm.

Auf der Bühne (Monika Pormale) ist das Landhaus der Generalin Vojniceva mit Salon, Esszimmer und einer Veranda, die in einen Garten mit Birken führt, historisch detailgetreu nachgestellt. Es tickt die Wanduhr, zwitschern Vögel und zirpen die Grillen. Man spielt Dame, liest seitenraschelnd Zeitung und schwatzt mit- und übereinander, vorzugsweise in seinen Bart oder meistens möglichst vom Publikum weg. Dies scheint für die Schauspieler auch gar nicht vorhanden zu sein. Sie bewegen sich im Verlauf des Stückes in den verschieden Bereichen des Bühnenbilds und sprechen ihre Dialoge ohne Rücksicht auf Verständlichkeit, was sie im Esszimmer sogar zu einem murmelnden Hintergrundgeräusch werden lässt. Hermanis schafft tatsächlich eine fast authentische Alltagssituation in den Zeiten des zaristischen Russlands, inklusive Kostümen und passendem Interieur. Für sein Experiment scheint diese 1880 geschriebene Komödie in vier Akten auch bestens geeignet, hat der junge Tschechow doch hier ausführlich die typische Beschäftigung des damaligen Landadels bis ins Detail beschrieben. Die komplette Aufführungsdauer würde fast acht Stunden betragen. Hermanis hat, sicher auch um das Bühnenbild nicht wechseln zu müssen und somit jede Andeutung von künstlicher Theaterhaftigkeit zu vermeiden, das Geschehen auf die Szenen in und um das Haus beschränkt und den Ablauf der Handlung auf einen Abend, die Nacht und den darauffolgenden Morgen verdichtet. Das funktioniert Dank einer ausgeklügelten Lichttechnik und einer bestechend genauen Dramaturgie fast ohne auffallende Brüche. Lediglich das Absenken eines schwarzen Vorhangs verdeutlicht kurze Zeitsprünge in den einzelnen Akten.

Foto: St. B. wien_akademietheater-juni-2011-75.JPG „Platonov“ im Akademietheater Wien (Juni 2011)

Es ist alles bereits enthalten, was Tschechow später berühmt machen wird, nur sehr viel radikaler, wuchtiger, ungeschliffener. Es geht um den nutzlosen, verschuldeten Landadel ohne Antrieb, lauter Schmarotzer, sich selbst auffressend. Unter ihnen der Dorfschullehrer Platonov (Martin Wuttke), der bereits mit 29 seine Zeit des Sturm und Drangs hinter sich gelassen hat und zum Zyniker geworden ist. Aus lauter Langeweile gibt er den Don Juan und ist doch eher ein Hamlet, den die Zweifel und der Alkohol zerstören. Er weiß das und trotzdem ist die dekadente Salongesellschaft der Vojnicewa das Einzigste, was ihn noch am Leben hält. Hier sind alle bereits wesentlich älter und noch gelangweilter als bei Tschechow, Hermanis hat ihnen zwanzig Jahre mehr angehängt, und Wuttke spielt diese zynische Abgeklärtheit erst in allen Facetten aus, bis er schließlich zum Häufchen Elend gerinnt und die letzte Courage fahren lässt. Die Frauen, allen voran Dörte Lyssewski als resolute Generalin, Johanna Wokalek als schwärmerische Sofja, Platonovs Geliebte und Frau des Sohns der Generalin, Yohanna Schwertfeger als junge emotionale Marja, die Platonov liebt, von ihm aber nur geneckt wird und schließlich Sylvie Rohrer als Platonovs naive aber feinfühlige Frau Sascha, sie alle scheitern an Platonov und sind ihm doch an Lebenslust und Leidenschaft überlegen. Die Männer dagegen sind eitle, verlogene Poser wie die jungen Vojnicev und Glagoljev (Philipp Hauß und Dietmar König), moralisieren wie der alte Glagoljev (Peter Simonischek) oder schwadronieren wie der Arzt Trileckij (Martin Reinke), sind geldgierig wie Petrin (Franz J. Csencsits) und verachten den reichen Juden Abram Abramovic (Michael König). Noch erbärmlicher oder auch sentimental sind sie nur noch im Suff. Für einen herrlich langen Couch-Slapstick, lässt Hermanis den volltrunkenen Platonov mit dem jungen Isaak Abramovic (Fabian Krüger) zusammenprallen, der im Rausch seinen ganzen Stolz fahren lässt und Platonov seine Liebe zur Generalin gesteht und ihm sein Leid klagt, als Jude und Mann nicht anerkannt zu sein.

Man könnte sich natürlich fragen, was gehen mich diese fehlgeleiteten und unentschlossenen Menschen da vorne an, die an ihrem Leiden kaputt gehen und einer Sehnsucht nachhängen, dem Leben etwas mehr an Bedeutsamkeit zu geben und dabei doch immer nur sich selbst meinen. Eigentlich sehr viel sogar, indem Hermanis sie einfach agieren lässt, nichts hineindeutelt und so ganz ungekünstelt wirkende Charaktere erschafft, sind sie uns vielleicht näher, als die abstrakt verfremdeten oder mit jeder Menge Bedeutungskontexten aufgeladenen Figuren des Regietheaters von Karin Henkel, Lukas Langhoff oder sogar Nikolas Stemann. Dass sie sich nicht vordergründig in die Wahrnehmung des Zuschauers drängen, ist Distanz genug, um sich nicht völlig kritiklos in sie hinein zu fühlen, nicht mit ihnen leiden zu müssen, sondern ihr Handeln um so klarer reflektieren zu können. Bei meinem ersten Besuch der Inszenierung im letzten Juni in Wien habe ich noch angestrengt versucht alles zu erfassen und zu verstehen. Aber im Wissen, dass das hier gar nicht notwendig ist, kann man sich eigentlich entspannt zurücklehnen und das mal mehr und minder muntere Treiben wirklich genießen. Auch oder vor allem wegen der hervorragenden Schauspieler ist dies eine bemerkenswerte Aufführung. Und in Hermanis` komprimierter, hochkonzentrierter Form wird dieser „Platonov“ zum Erlebnis. Ja, so schön kann Theater auch sein, so einfach und doch schwierig zugleich. Es ist das sicher keine zukunftsweisende Leistung wie Stemanns „Faust-Projekt“, aber es ist eine andere Möglichkeit Klassiker im alten Gewand wieder ganz neu zu entdecken.

wien_platonov_juni-2011.JPG Foto: St. B.
„Platonov“ im Akademietheater Wien (Juni 2011)

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Es ist viel geunkt worden, dass Berlin das Theatertreffen dominieren würde. Tatsache ist, dass zwar fünf der zehn eingeladenen Produktionen aus Berlin kommen bzw. von Berliner Theatern mit produziert wurden, dabei aber doch eher dem allgemeinen Trend folgend, durch internationale Theaterfestivals kofinanziert sind. Besonders Longplayer wie „Faus I+II“ und „John Gabriel Borkman“ wären wohl sonst kaum zu realisieren gewesen. Das sich das Theatertreffen diesen internationalen Projekten geöffnet hat, trägt den veränderten Produktionsbedingungen und neuen Finanzierungsmodellen der Theater Rechnung und ist auch ein weiterer Schritt in Richtung Öffnung zur freien Szene, die längst international vernetzt agiert. Umso bedeutender ist es, dass neben der Belgierin Annemie Vanackere, die im September das HAU des scheidenden Geschäftsführers Matthias Lilienthal übernimmt, nun ein weiteres Berliner Theater sich in der Leitung entsprechend neu orientiert. Am 22.05.12 präsentierte Berlins Kulturstaatsekretär André Schmitz auf einer Pressekonferenz das neue Identanteteam für das Maxim Gorki Theater. Trotzdem die Theatertreffen-Jury Nicolas Stemanns Faust-Produktion als herausragende Leistung mit dem 3sat-Preis würdigte, werden nicht er, sondern Shermin Langhoff und Jens Hillje ab 2014 das kleinste der fünf Berliner Stadttheater leiten. Ob das letztendlich allein eine Frage des Geldes war, tritt angesichts des Enthusiasmus mit dem Schmitz in der „Zeit“ den Wandel in der Leitung der Berliner Kulturinstitutionen durch quotengesteuerte Diversität propagiert, vollkommen in den Hintergrund.

Das wird Shermin Langhoff aber hoffentlich nicht weiter tangieren, bei der Planung ihrer ersten Spielzeit am Maxim Gorki Theater, die im Herbst 2013 beginnen wird. Die Herausforderung liegt hier eher in der Bildung des ersten interkulturellen Stadttheaterensembles in Berlin, dem vorwiegend Schauspieler mit Migrationshintergrund angehören sollen, die dann Theater in einem Umfeld mit einem Publikum machen, dass aus einem vorherrschend deutsch bzw. westlich geprägtem Bildungsbürgertum besteht. Eine dauerhafte Akzeptanz wird sich letztendlich nicht allein mit ausschließlich migrationsbestimmten Themen erreichen lassen. Shermin Langhoff ist daher auch gut beraten, den Kontakt zum scheidenden Intendanten Armin Petras nicht abreißen zu lassen. An sein Konzept des „Gegenwarts-, Ensemble- und Autorentheaters“ soll angeknüpft und Petras sowie Jungstar Antú Romero Nunes als Gastregisseure gehalten werden. Weiter will Langhoff auf ihre Verbindungen zur interkulturellen Szene bauen, die bereits am Ballhaus Naunynstraße einige Erfolge erzielen konnte und die freie Szene in ihre Planungen mit einbeziehen. All das wird nötig sein, um nicht nur als große Filiale der Kreuzberger Naunynstraße in Mitte dazustehen und auch nicht als kostengünstigere Variante zu Nikolas Stemanns Experimentiertheatergedanken zu gelten, dessen Verpflichtung für eine Intendanz am zu engen Budget des Gorki Theaters gescheitert war. Der Migrant wird noch oft genug nur als Fremder oder als Exot wahrgenommen, dies nachhaltig zu ändern ist die große Chance von Shermin Langhoffs Intendanz. Und wir können alle mit dabei sein, um zu sehen, wie sich das auf die gesamte Theaterlandschaft und nicht nur auf den Kiez auswirkt, wie ein Stück gelebte kulturelle Vielfalt ganz selbstverständlich in die Berliner Mitte einzieht, mit all ihren noch bestehenden Problemen versteht sich.

Shermin Langhoff shermin-langhoff.jpg auf einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung über Integration, Chancengerechtigkeit und Teilhabe in Deutschland – Foto: Stephan Röhl, unter CC-Lizens der Heinrich-Böll-Stiftung (flickr.com)

Wie das aussehen könnte, hat geradeerst beim Berliner Theatertreffen Langhoffs Gatte Lukas Langhoff gezeigt. In seiner Version von Ibsens „Ein Volksfeind“ gibt der schwarze Schauspieler Falilou Seck vom Bonner Theaterensemble den Badearzt Dr. Stockmann zwischen allgemeinem Anpassungsdruck und eigenem übertriebenem Integrationswillen. Dabei rennt er vergeblich gegen Ignoranz, Opportunismus und den alltäglichen Rassismus seiner Mitmenschen an und steigert sich schließlich in den bei Ibsen mit harschen Worten gegen die moralisch verrottete Mehrheit beschriebenen Größenwahn eines einsamen Individualisten. Für die Identitätsprobleme eines Migranten in der weiß dominierten Welt findet Lukas Langhoff immer wieder knalligen Bildern, wie z.B. einen überdimensionalen weißen Styroporfuß, vor dem sein Protagonist ehrfürchtig in die Knie geht, aber beim Versuch ihn zu erklimmen, letztlich nur abrutschen kann. Das Falilou Seck hier zu Beginn noch Heiner Müllers Texte aus „Landschaft mit Argonauten“ zitieren („Ich wer / Von wem ist die Rede wenn / Von mir die Rede geht…) und dabei den schwarzen Klischee-Entertainer mimen muss, stößt aber ebenso ungut auf, wie das Chargenhafte der weißen Gegenspieler, kabarettartig dargebrachte Gegenwartsbezüge oder die FDJ-Singebewegungs-Parodie mit der Stockmanns Tochter das Publikum zum Mitsingen animieren will. Das eigentliche Thema, um das es bei Ibsen geht, der Besitz der Wahrheit und das Verhältnis Mehrheit gegen Minderheit, wird hier ziemlich simpel als Diskriminierung von Minderheiten gedeutet, viel mehr kommt aber nicht. Das unsägliche Gefasel Stockmanns von „freien vornehmen Männern“ ist zwar gestrichen und den altruistischen, unpolitischen Kapitän Horster lässt Langhoff gleich ganz weg, er würde auch nicht ins Regiekonzept passen. Das trotzige Ende, bei dem sich die Familie auf eine DDR-Fahne setzt und Peter Lichts „Lied vom Ende des Kapitalismus“ singt, wirkt dann aber leider wieder etwas eindimensional. Das Alles ist über die Dauer von zwei Stunden nur enervierendes Politkabarett, dass uns Lukas Langhoff wie so oft mit dem Holzhammer serviert.

Nun war das am Gorki Gezeigte in der letzten Zeit auch nicht gerade sehr subtil. Das für die 60. Spielzeit gewählte Motto „Plan Berlin – Geschichtsräume“ verlor sich mehr und mehr im reinen Erzähltheater, das nur brav einen Mythos an den anderen reihte. Besonders der sonst mit sicherem Gespür für Komik und unkonventionelle Schauspielführung agierende Milan Peschel enttäuschte mit seiner Dramatisierung des Kreuzberg-Romans von Sven Regener „Der kleine Bruder“. Die Vorgeschichte zum Bestseller „Herr Lehmann“, in welcher der später so genannte Protagonist (Paul Schröder) auf der Suche nach seinem Bruder in die abgedrehte Künstlerszene der 80er Jahre in Kreuzberg gerät und schließlich seine wahre Bestimmung erfährt, verkam nach vielversprechendem Beginn trotz vorwiegend guter Schauspielleistungen (u.a. Ronald Kukulies, Peter Kurth, Holger Stockhaus, Regine Zimmermann und Michael Klammer) zur Typenparade und Endlosparodie auf die gängigen Kreuzbergklischees einer längst verschwundenen Künstlerboheme. Einen weiteren Genie-Streich wie „Sein oder Nichtsein“ wird es wohl von Milan Peschel am Gorki Theater nicht mehr geben. Er hat sich jedenfalls für die nächste Spielzeit bereits umorientiert und will nun am Deutschen Theater Berlin mit „Juno und der Pfau“ von Sean O’Casey künstlerisch reüssieren.

maxim-gorki-theater-3.jpg Foto: St. B.
Maxim Gorki Theater. Hier soll ab der Spielzeit 2013/14 das erste interkulturelle Schauspielensemble Berlins auftreten.

Zu Robert Borkmanns Zerschredderung des DDR-Klassikers „Die Legende vom Glück ohne Ende“ von Ulrich Plenzdorf muss man nicht mehr all zu viele Worte verlieren. Die Liebesgeschichte von Paul (Thomas Lawinky) und Paula (Julischka Eichel) gegen alle Konventionen, tritt bei Borkmann hinter eine selbstreferentielle DDR-Abrechnung mit Stasi, Autoritäts- und Anpassungsdruck zurück. Es bleiben nur ein paar alberne Regieeinfälle, ein Paul im Clownskostüm und das resignative Gefühl, das hier nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. Daran konnte auch eine tolle Soloeinlage von Albrecht Abraham Schuch als Hilfsschüler Abl aus der Plenzdorf-Erzählung „Kein runter kein fern“ nicht mehr viel ändern. Das war mit Sicherheit der Tiefpunkt der sonst sehr ausgewogenen Spielzeit am Gorki, die aber vor allem durch die unerwartete Meldung des Weggangs von Intendant Petras im nächsten Jahr nach Stuttgart, den damit aufgezeigten Finanzierungsproblemen und die viel zu lange Suche nach einem Nachfolger gekennzeichnet war. Ob das ernsthafte Auswirkungen auf die letzte Spielzeit von Armin Petras am Gorki Theater haben wird, kann erst nach der Bekanntgabe des neuen Spielplans gesagt werden. Man wird Shermin Langhoff im Jahr darauf auch besonders daran messen, ob sie die eingefahrenen Strukturen des Stadttheaters aufzubrechen vermag, um damit die notwendig neuen künstlerischen Akzente am Maxim Gorki Theater setzen zu können.

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Vorbei! Ein dummes Wort. Warum vorbei?
Vorbei und reines Nichts: Vollkommnes Einerlei!
Was soll uns denn das ewge Schaffen?
Geschaffenes zu Nichts hinwegzuraffen?
„Da ists vorbei!“ Was ist daran zu lesen?
Es ist so gut, als wär es nicht gewesen.

 J. W. Goethe, Mephisto, Faus II, V, Großer Vorhof des Palasts

Foto: St. B. theatertreffem-2012.jpg

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„Der Turm“ von Uwe Tellkamp am Anhaltischen Theater Dessau und „Jochen Schanotta“ von Georg Seidel am Deutschen Theater Berlin

Dienstag, Februar 7th, 2012

Dessau gleicht einem architektonischem Freiluftmuseum. Kaum eine andere deutsche Stadt ist so vom Bauhaus geprägt, wie der zwischen Mulde und Elbe im Herzen von Sachsen-Anhalt gelegene Gemeindeverbund Dessau-Roßlau. Aber auch andere Epochen und Baustile haben hier ihre sichtbaren Spuren hinterlassen. In der wärmeren Jahreszeit locken die Parklandschaften von Dessau-Wörlitz und die dazugehörigen Schlösser Georgium, Mosigau, Wörlitz, Oranienbaum u.a. Dessau atmet Geschichte von der Reformation, über anhaltinisches Fürstentum, bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Nach der Wende ist von der Maschinenbau- und Fahrzeugindustrie nicht mehr viel übrig. Dessau widmet sich nun dem Umweltschutz, grünem Tourismus und der regionalen Kultur- und Geschichtspflege. Und so begeht man in diesem Jahr den 800. Geburtstag des Hauses Anhalt mit seinem Begründer Heinrich I. (1170-1252) aus dem Geschlecht der Askanier.

Bauhaus Dessau bauhaus-dessau_febr-2012-6.JPG

dessau_febr-2012-11.JPG Schloss Georgium

Fotos: St. B.

Noch bekannter aber dürfte sein Nachkomme Leopold I. (1676-1747), Fürst von Anhalt-Dessau, sein, der sowohl dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. und seinem Sohn Friedrich II. als Heerführer diente. Also nicht nur der alter „Fritz!“, ein Theaterspiel für den König von Preußen in Potsdam, sondern auch noch ein Lustspiel nach Karl May zum „alten Dessauer“ erwartet uns im Juni als Open-Air-Event. Daneben hat Dessau kulturell noch einiges mehr als Bauhaus und Fürstengeschichte zu bieten. Neben den großen Söhnen der Stadt, wie Moses Mendelssohn und Kurt Weill, besitzt Dessau auch noch eines der größten Theater der ostdeutschen Bundesländer. Das Anhaltische Theater Dessau ist ein Vier-Sparten-Haus mit Oper, Schauspiel, Ballett und Puppentheater. „Glühende Landschaften“ heißt das Motto dieser 217. Spielzeit und um das Dessauer Bildungsbürgertum zum Glühen für ihr Theater zu bringen, hat sich die künstlerische Leitung um Generalintendant André Bücker einiges vorgenommen.

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Die Kontrakte des Kaufmanns von Elfriede Jelinek in der Reithalle des HOT Potsdam

Sonntag, Juni 20th, 2010

In einer Inszenierung von Lukas Langhoff

Vom RBB wurde das Stück noch als der Knaller vor der Sommerpause angekündigt, das hat auch mich angelockt und so bin ich am Samstag in die schöne Stadt Potsdam gefahren, um mir das Affentheater anzusehen.

„Die Eclipse als Zeichen der Krise und Katastrophe ist in die Szenerie der Geburt des Menschen eingebunden. Und dazu hören wir Ligetis Requiem.“ heißt es im Programmheft, in einem Text von Gottlieb Florschütz zu Stanley Kubricks Film „2001 – A Space Odyssee“. Lukas Langhof nimmt für seine Inszenierung aber das bekanntere Intro, Richard Strauss` Eröffnung zu Nietzsches „Also Sprach Zarathustra“. Der absolute Wiedererkennungswert zum Film ist ihm also wichtig. Kubrick wollte einen Science-Fiction-Film drehen, in dem technische Utopie und kulturphilosophische Spekulationen über außerirdische Existenzen mit der Evolution des Menschen kollidieren. Langhoff wollte mit Masken spielen und Banker als Affen auftreten lassen. Als Intro funktioniert die Affenszenerie von Lukas Langhoff noch halbwegs, als Monolith steht die besagte Telefonzelle als Relikt der außerirdischen Vergangenheit da. Das erste Klingeln wird von den Affen noch erschrocken bestaunt. Der Evolutionsschritt erfolgt wie bei Kubrick mit dem finden des Knochens. Langhoff überspringt die Werkzeug-Stufe und geht sofort zum Mordinstrument beim Kampf um die Wasserstelle über. Die Gier ist geboren.
Das hätte als Einstieg genügt, für Langhoff ist die Evolution aber noch nicht beendet und so bleibt der Mensch erst mal noch Tier und die Affenmaske auf. Als nächster Zivilisationsschritt fällt ein Koffer mit Kleidern vom Schnürboden, die Affen kleiden sich ein und führen uns, wie bei einer Modenschau, ihre neue Identität vor. Das Individuum ist geboren. Ach ja, Jelinek gibt es natürlich auch noch. Immer wenn einer der Affen aus der Rolle dessen, was Affen so machen fällt, werden die Jelinekschen Texte zum Besten gegeben. Langhoff bleibt nicht bei den strengen Textgruppen Jelineks, sondern löst die Affengruppe auf und entwickelt lieber Individuen. Da das Stück keine Dialoge hat, müssen welche hinzu erfunden werden. Es folgt ein lustiger Regieeinfall nach dem anderen und derer sind viele, der Text des Stücks stört da eher. Die Textfragmente des originären Stücks werden immer wieder durch die anderen der Affengruppe unterbrochen, ihnen ist langweilig, sie wollen lieber fernsehen oder machen den Redner nach, Affen eben. Menschlich wird es trotzdem noch. Es treten eine Eso-Äffin, die alle Chakren erklärt, bis man selbst ganz schackrig wird, ein Gitarre spielender Muski-Affe, der die Hand aufhält, gähn, ein Prügelaffe, ein bayrisch sprechender Affe und ein verliebter der poetische Texte aufsagt, seine Angebetete von hinten beschnuppert und eine Erdnussdose erjagt. Er bekommt aber sofort von einem anderen Affen vorgehalten, das sein Verhalten nicht PC ist und in den Erdnüssen zu viele Konservierungsstoffe enthalten sind. So kalauert sich Langhoff durch die Inszenierung, ohne zu merken, das der Text von Elfriede Jelinek selber witzig genug ist, er verändert ihn sogar so, das ein des Textes nicht Mächtiger kaum noch erkennen kann, was Jelinek ist und was Regieeinfall.

Texttreue ist kein Dogma, Elfriede Jelinek lässt jedem Regisseur für das Stück den größt möglichen Freiraum. Auch Nicolas Stemann hat das weidlich ausgenutzt. Nur bei ihm wusste man immer, wann es um Jelinek geht oder wann einfach mal eine Pause ist, um die Schwere des Textgewitters zu durchbrechen und den Kontakt zum Publikum zu suchen. Von Gewitter ist hier keine Spur, der Zuschauer wird nicht gefordert. Verfremdung ist gut, Entfremdung eher missverständlich und hinderlich bei der Selbstreflektion. Wenn die Masken bisweilen fallen, dann nur um zu demonstrieren, das der Mensch nicht besser als ein Affe ist. Das Ausweiden einer im Anzug steckenden Affenpuppe und das genüssliche Verspeisen der Innereien ist sicher provokativ, aber wozu? Die Provokation steckt im Text. Aber Langhoff traut ihm nicht und zerstört so seine gewaltige Macht. Nur einmal kommt so etwas wie ein Zusammenhang von Inszenierung zum Text auf, wenn eine der Äffinnen sich im Wasser spiegelt, sich erkennt und dann den Monolog über den österreichischen Finanzministerminister Grasser vorträgt, dem Sonnyboy der FPÖ, der sich mit seinem Charme aus allem raus redet. Da ist das Lena-Special mit Euro-Fahne eher wieder aktuelle Effekthascherei. Denn was hat Lena mit Europa zu tun, außer das sie den Euro Song Contest gewonnen hat. Der Text des Stücks wird persifliert und kulminiert in der Tatsache, das Elfriede Jelinek selbst am Telefon eingesteht, das sie nichts von der Wirtschaft versteht und der Kapitalismus auf der ganzen Linie gesiegt hat. Da ist sie also wie wir, auch endlos verstrickt, ohne Hoffnung auf einen Ausweg, nur das sie ein Stück geschrieben hat, das Langhoff und Co. anscheinend nicht verstanden haben.

Wenn das alles nur eine „Scheiß-Metapher“ ist, wie einer der Affen irgendwann konstatiert, was ist dann noch wahr? Wirklichkeit und Theater, alles Illusion, die Finanzblase, das Geld das nun weg ist, die Spaßgesellschaft, wahrscheinlich noch der ganze Text von Elfriede Jelinek dazu. Rene Pollesch wird im Programmheft zitiert: „Sie wurden betrogen ums interaktive Theater? Seid froh! Seid glücklich! Diesem unerbittlichen Amüsierbetrieb entkommen zu sein.“ Mit dieser Farce hat Lukas Langhoff sich aber wieder voll mit diesem Amüsierbetrieb kurzgeschlossen.